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25/10/21: OLB kappt 15% aller Jobs, Deutsche Bank „down“, Finleap-Exit

25. Oktober 2021

Von Christian Kirchner und Heinz-Roger Dohms

Oldenburgische Landesbank streicht weitere 250 Jobs: Dass die hinter der Regionalbank stehenden Private-Equity-Investoren nicht eben zimperlich vorgehen bei ihrem Vorhaben, die OLB auf Rendite zu trimmen, hatten wir vor längerer Zeit ja schon mal dokumentiert (–> Radikalo-Banking: Was Apollo mit der Oldenburgischen Landesbank vorhat). Laut einer Mitteilung von Freitagnachmittag wird die Schlagzahl nun sogar noch mal erhöht. Rund 15% der verbliebenen zuletzt 1.760 Stellen fallen weg. Und zwar „bis Jahresende“ (die Dinge sind also schon besiegelt, u.a. via „Freiwilligen-Programm“). Das erklärte Ziel: Die zuletzt bereits auf 7,6% gepresste EK-Rendite soll sogar auf >12% steigen.

Wo im direkten Vergleich zur OLB die benachbarte NordLB jetzt steht: Dass sich eine Landesbank (allem Anschein nach) nicht ganz so ruppig schwungvoll trimmen lässt wie eine Private-Equity-Bank, zeigt in unfreiwilliger Eindrücklichkeit die zuletzt meist rote NordLB. Immerhin: Es geht – so scheint es zumindest – aufwärts: „Für die ersten neun Monate werden wir im Konzern deutlich positive Zahlen präsentieren“, sagte der scheidende Vorstandschef Thomas Bürkle der „HAZ“ (Paywall). Falls die Entwicklung so weitergehe, „schreiben wir auch für das Gesamtjahr schwarze Zahlen.“ Bekanntlich ist die mittelfristig (2024) angestrebte Rendite quasi die, die der OLB aktuell schon zu wenig ist: 7,5%.

Finleap plant bislang größten Exit – und stellt Portfolio-Unternehmen Pair Finance zum Verkauf: So berichtet es das „HB“ (Paywall) und nennt als mögliche Bewertung (realistischerweise) eine Summe von rund 100 Mio. Euro. Unverbindliche Angebote lägen bereits vor, schreiben die Kollegen – was insofern plausibel klingt, als der mit dem Verkauf befasste britische M&A-Spezialist Evercore nach „Finanz-Szene“-Informationen seit Sommer den Markt sondierte. Wer sich ein genaueres Bild von Pair Finance machen will, verweisen wir auf den vierten Teil unserer „Fintech unplugged“-Serie neulich

Die Monte dei Paschi wird wohl doch nicht zur „Schwesterbank“ der HVB: Die Übernahme des italienischen Kriseninstituts durch die Unicredit schien auf gutem Wege. Nun aber sollen die Gespräche vor dem Scheitern stehen, berichteten am Wochenende „Reuters“ und in der Folge auch weitere Medien. Der Knackpunkt demnach: Die italienische Regierung wolle der Forderung der Unicredit, die Monte dei Paschi mit 7 Mrd. Euro zu rekapitalisieren, nicht entsprechen.

Exklusiv: Deutsche-Bank-Website am Freitag über zwei Stunden down. Erst ging eine Zeitlang gar nichts mehr. Dann kam immerhin eine Störungsmeldung: „The page you are looking for is temporarily unavailable. We are looking for a solution.“ Betroffen von dem Ausfall war aber interessanterweise nur die Konzernseite „db.com„, die eher kundenfokussierten Webkanäle „deutsche-bank.de“ und „postbank.de“ blieben erreichbar. Die Deutsche Bank sprach von einem Problem mit dem Website-Redaktionssystem. Der Kundenverkehr sei nicht beeinträchtigt gewesen.

News

Nachtrag zu den Basel-IV-Meldungen von letzter Woche: Laut EU-Kommission werden nur rund zehn große europäische Banken zusätzliches Kapital benötigen. Der Gesamtbedarf liege nicht bei den letztes Jahr von der EBA prognostizierten 52,5 Mrd. Euro, sondern eher bei der Hälfte (Reuters/Wiwo) +++ Verdi-Chef Frank Werneke soll neues Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Bank werden (Wiwo) +++ M.M. Warburg will sich mit seiner juristischen Niederlage im Cum-Ex-Skandal nicht abfinden. Nach der gescheiterten Revision vor dem BGH haben die Hamburger Privatbank sowie ihre Miteigentümer Christian Olearius und Max Warburg jetzt Verfassungsbeschwerde eingelegt, berichtet die „BÖZ“ (Paywall) +++ Nächstes „Female Fintech“-Funding: Das Berliner Startup Vitamin (früher: „Alice“) hat von Investoren 1,7 Mio. Euro erhalten, was wir letzte Woche unterschlagen hatten, weil wir dachten, wir hätten’s längst vermeldet. Dasaber war Heyfina gewesen … Ganz schön schwer, den Überblick zu behalten

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