26/03/20: Kartenzahlungen, EZB, Basel IV, Helaba, LBBW, Sparkassen

26. März 2020

Apropos Dividenden: Der europäische Bankenverband EBF unter Vorsitz von – Achtung – Unicredit-Chef Mustier ringt nach Informationen von „Bloomberg“ um eine einheitliche Regelung, wie die Branche das Thema händeln will. Eingedenk dessen, was wir gestern über die in der Dividenden-Frage reichlich renitente Aareal schrieben, ist dieser Vorstoß durchaus zu begrüßen. Denn, 1.): Eine Lehre aus der Finanzkrise lautet, dass nicht einzelne Institute den starken Mann markieren sollten – weil sie damit, ob beabsichtigt oder nicht, alle anderen stigmatisieren. Und 2.) Wenn die Banken keine freiwillige Lösung finden, dann steht zu erwarten, dass die Aufseher ihnen diese Aufgabe schlichtweg abnehmen. Vermutlich ahnt man das auch beim BdB, der gestern durchblicken ließ, dass er sich dem Wunsch der Bafin, in diesem Jahr auf Dividenden-Zahlungen im Zweifel zu verzichten, nicht entgegenstellen wird. Börse Online (EBF-Abstimmung), Onvista (Bankenverband-Haltung)

Exklusiv: Volksbanken stehen offenbar vor der Einführung von Apple Pay . Uiuiui, sehr hübscher Fund, den der Payment-Nerd und Finanz-Szene.de-Mitarbeiter Hendrik Dahlhoff da gestern Abend um kurz vor Mitternacht in unserem E-Mail-Postfach abgelegt hat. Der Kollege hat nämlich entdeckt, dass die Genobank Unterallgäu als (mutmaßlich bzw. unseres Wissens nach) erste deutsche VR-Bank eine Informationsseite zu Apple Pay freigeschaltet hat – ein starkes Indiz, dass es nicht mehr lange hin ist, bis nach den meisten Privatbanken und Sparkassen auch der Genosektor mit dem Mobile-Payment-Dienst startet. Zumal: Bei anderen genossenschaftlichen Instituten lassen sich sogar schon Vertragsbedingungen für ‚virtuelle Karten in Apple Pay‘ einsehen – woraus Kollege Dahlhoff schlussfolgert, welche genauen Einführungs-Pläne zum Beispiel die PSD Banken oder die Sparda-Banken verfolgen. Bitte sehr: Finanz-Szene.de

Wenn man urplötzlich von seinen Liebsten (die mit dem Thema Payment ansonsten rein gar nichts am Hut haben) gebeten wird, doch bitte, bitte mit Karte zu bezahlen – dann weiß man: Okay, jetzt haben die Banken und die „Digital Payment“-Lobby endgültig gesiegt. Ob es sich dabei um einen sauber errungenen Triumph handelt, darüber kann man trefflich streiten, wenn zum Beispiel die ING Deutschland das Bargeld unter der Headline „Corona-Panik & Co.“ als „sehr schmutzig“ deklariert und die BB Bank twittert: „Hygiene ist das Gebot der Stunde – zahlt kontaktlos.“ Ist es wirklich so, dass die Covid-19-Infektion vom 10-Euro-Schein kommt, liebe Bankerinnen und Banker? Oder wolltet Ihr das gar nicht suggerieren, haben wir da nur wieder mal zu viel hinein interpretiert? Sei’s drum. Auch Mastercard erkennt die Gunst der Stunde – und hebt die Obergrenze für kontaktlose Zahlungen von 25 Euro auf 50 Euro an. ING (Kampagne), BB Bank (Tweet), Girocard (Clip) Mastercard (Mitteilung), Norbert-Häring-Blog (mit Kritik an den Bank-Kampagnen)

Einen ziemlichen Kracher hat die EZB noch in der Nacht herausgehauen: Im Zuge des Pandemie-Notaufkaufprogramms gibt es nun keine Obergrenze mehr für Anleihen-Aufkäufe, wie sie sonst gelten (maximal 33% der Anleihen einer Emission). Wenn es noch ein Limit gab bei den quantitativen Lockerungen – jetzt ist es weggeflogen. Mitteilung

News

Die Fintechs bekommen etablierte Konkurrenz bei der Frage, wer denn die bis zu 50 Mrd. Euro Soforthilfen für Kleinbetriebe und Selbständige verteilen darf. Laut „BÖZ“ haben Sparkassen und Volksbanken höchstselbst bei der Bundesregierung Interesse angemeldet, die Aufgabe zu übernehmen. (Börsen-Zeitung, Paywall) +++ Die Sparkassen bieten ihren Retailkunden ab sofort an, bei Konsumentenkrediten den Zins- und Tilgungsdienst auszusetzen. (per Mail) +++ Die EU-Kommission erwägt angesichts der Corona-Krise, den Abschluss von Basel IV zu verschieben (BÖZ) +++ Die Helaba hat im vergangenen Jahr einen Vorsteuergewinn von 533 Mio. Euro erwirtschaftet (ReutersBÖZ) +++ Die LBBW will ihr Kreditvolumen vor dem Hintergrund der Corona-Krise um 3 Mrd. Euro ausweiten (dpa/SZ) +++ Wegen markant gestiegener Risikovorsorge hat die KfW-Tochter DEG im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Vorsteuerverlust von 52 Mio. Euro erlitten – das erste Minus in zehn Jahren. (Onvista)

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