27/06/19: Apple Pay, Allianz, Global Fashion Group-IPO

27. Juni 2019

Apple Pay hat gewonnen, die Sparkassen verloren. Es kam gestern rüber wie die selbstverständlichste aller Meldungen: Die Sparkassen (und übrigens auch die Volks- und Raiffeisenbanken) bieten ihren Kunden demnächst Apple Pay an. Also alle Fragen beantwortet? Nicht ganz. Denn 1.) Hatten die Sparkassen nicht einst getönt, „Apple kommt an uns nicht vorbei“? Und 2.) Hatte der DSGV vor einem halben Jahr nicht noch mit drohender Faust gefordert, Apple solle die NFC-Schnittstelle auf seinen iOS-Smartphones für die Payment-App der Sparkassen öffnen? Und 3.) Was ist denn jetzt eigentlich mit der Girocard? Jede Menge offene Fragen also. Hier die Antworten: Finanz-Szene.de

Dass die Allianz der digitalen Zukunft deutlich offensiver entgegensteuert, als die großen deutschen Banken das tun, haben wir u.a. unter Verweis auf die vielen Fintech-Engagements des Münchner Versicherers (N26, Moneyfarm, Lemonade, C2FO …) ja schon häufig betont. Und nun: Kündigt Vorstand Markus Faulhaber im Interview mit der „Börsen-Zeitung“ für Anfang nächsten Jahres auch noch den Start einer Internet-Finanzplattform an. Ziel sei „ein eigenes, komplettes Ökosystem“, in dem die Kunden alle Finanzaktivitäten bündeln können. Wobei „alle“ heißt: auch die Aktivitäten, die klassischerweise unter „Banking“ fallen. Börsen-Zeitung 

Berenberg und Co. holen die Brechstange raus: Nachdem schon am Dienstag die Zeichnungsfrist für die Neuemission der Global Fashion Group um drei Tage verlängert worden war, wurden dann gestern auch noch der Preis radikal gesenkt – nämlich von 6 bis 8 Euro auf 4,50 Euro. Damit nicht genug, wollen die Großaktionäre Rocket Internet und Kinnevik zur Not die Hälfte des nunmehr angepeilten Emissionserlöses von 200 Mio. Euro selbst beisteuern. Was für eine Schlappe für die Konsortialführer (Berenberg, Goldman Sachs, Morgan Stanley).

Und was macht die andere Frankfurter IPO-Kandidatin, also die „115 Mio. Euro Gebühren für 1,6 Mrd. Emissions-Erlös sind marktgerecht„-VW-Abspaltung Traton? Die will ihre Aktien laut „Reuters“ und „Bloomberg“ für maximal 28 Euro platzieren. Die Zeichnungsspanne des drittgrößten deutschen Börsengangs seit „Lehman“ hatte bei 27 bis 33 Euro gelegen. Reuters

Kurzmeldungen: Bafin-Chef Felix Hufeld hat angesichts der sich verschärfenden Zinskrise (siehe unsere Analysen dazu hier und hier) vor einem Sterben kleiner und mittlerer deutscher Banken gewarnt – wobei er Sparkassen und Genos von der Warnung ausnahm (BI/Reuters)  +++ Nachdem Ex-HVB-Vorstand Peter Buschbeck zum 1. Januar bei einer Schweizer Management-Beratung einsteigen sollte, heißt es jetzt, er wechsele zu „Investors Marketing“, also dem Laden von Herrn Mihm (Private Banking Magazin) +++ Die Deutsche Bank kommt bei der Integration der Postbank voran und steht kurz vor der Einigung mit den Arbeitnehmervertretern zum Abbau von 2000 Stellen (Handelsblatt, Paywall)

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