27/08/21: NordLB erleidet Ertrags-Debakel, Bafin geht steil, Deka-Zahlen

27. August 2021

Von Heinz-Roger Dohms

Wen hat die Bafin jetzt schon wieder auf dem Kieker? Die Finanzaufsicht hat gestern durch die Veröffentlichung von gleich vier Strafmaßnahmen für Aufsehen gesorgt. Konkret handelt es sich um ein Großkreditverbot (siehe hier, verhängt bereits am 19. November vergangenen Jahres), um eine Erhöhung der Eigenmittel-Anforderungen und Beschränkung der Einlagen-Annahme (siehe hier, 25. Mai), um die Verwarnung eines Geschäftsleiters (siehe hier, 28. Juni) sowie schließlich um eine Erweiterung der Beschränkung der Einlagen-Annahme in Kombination mit der Bestellung eines Sonderbeauftragten (siehe hier, 14. Juli). Liest sich für uns als aufsichtsrechtliche Laien so, als hätten die Sanktionen ein um ein und demselben Institut gegolten.

Die Deka – also der Fondsanbieter der Sparkassen – hat im ersten Halbjahr ein “wirtschaftliches Ergebnis” von stolzen 345 Mio. Euro (Vorjahr: 163 Mio. Euro) erzielt … Fast noch interessanter: Die Vertriebsleistung (netto) summierte sich alleine im Bereich der Fonds im Retail-Geschäft auf ebenfalls stolze 7,6 Mrd. Euro. Addiert man diesen Betrag mit der kürzlich schon veröffentlichten H1-Vertriebsleistung der genossenschaftlichen Union Investment (noch stolzere 9,7 Mio. Euro) und gleicht die Summe (17,3 Mio. Euro) mit den Branchenzahlen des BVI (57 Mrd. Euro) ab, dann ergibt sich folgende Aussage: 31% des von Januar bis Juni vertriebenen Fondsvolumens hierzulande entfallen auf Sparkassen bzw. Genobanken, bei den margenstärksten Aktienfonds ist ihr Anteil sogar 48%. Was auch immer man über die Filiale denken mag – ganz tot ist sie noch nicht.

News

Die Schrumpfung der NordLB zieht allem Anschein nach einen immensen Verlust an Ertragskraft nach sich … +++ … Von Januar bis Juni erwirtschaftete die Hannoversche Landesbank nur mehr einen Zinsüberschuss von 427 Mio. Euro, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ein Einbruch von 21% (!) … +++ … In der Folge reichte das kombinierte Zins- und Provisionsergebnis (441 Mio. Euro) nicht einmal mehr zur Deckung der Verwaltungsaufwands (455 Mio. Euro), … +++ … mit der weiteren Folge, dass diesmal sogar schon vor den Kosten für die Restrukturierung ein Verlust von 24 Mio. Euro (Vorjahr: plus 30 Mio. Euro) zutage trat. Nach Restrukturierung lag der Vorsteuerverlust bei 59 Mio. Euro (Mitteilung) +++ Der frühere Wirecard-Chef Markus Braun soll über seine MB Beteiligungsgesellschaft mbH über liquide Vermögenswerte verfügen, “die mindestens im siebenstelligen Bereich liegen” – so zumindest schreibt es “Business Insider”. Auch die entsprechende Bank wird genannt: Bethmann +++ Die zweite Runde bei den Tarifverhandlungen der privaten Banken ist ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen (HB/Paywall) +++ Und noch in Sachen Cum-Ex:Das Schweizer Bundesamt für Justiz hat eigenen Angaben zufolge  die Auslieferung des hierzulande wegen schwerer Steuerhinterziehung angeklagte Anwalts Hanno Berger verfügt (HB/Paywall)

Wochen-Snippets

  • In unseren Fintech-Snippets beschäftigen wir uns diese Woche mit dem spannenden Direktduell zwischen Raisin DS und der Solarisbank. Außerdem: Die Irrsinns-Bewertung für das brasilianische N26-Pendant Nubank. Und ein 5-Mio.-Funding. Hier entlang: Finanz-Szene.de
  • In unseren Sparkassen- und Geno-Snippets beschäftigen wir uns heute u.a. noch einmal mit dem Rauswurf des Vorstandschefs der Sparkasse Südholstein. Die Personalie gerät nämlich zum Mysterium. Von einer “Bedrohungslage” ist die Rede. Und von einem “militärisch aussehenden Flugkörper”. Die Details (und eine Geno- und drei Sparkassen-Fusionen): Finanz-Szene.de
  • In unseren Personalien-Snippets berichten wir heute exklusiv vom Abgang einer weiteren Top-Managerin bei Concardis (bzw. “Nets Merchant Service”, wie man neuerdings sagt). Außerdem: N26, DWS, Ex-DWS, Morgan Stanley und Bethmann. Voilà: Finanz-Szene.de

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing

Tags