27/10/20: Zinsmargen, ING Diba, HSBC Trinkaus, Greensill, Verdi

27. Oktober 2020

Angesichts der erhofften Tatsache, dass unser kleiner Newsletter heute Morgen unter EZB’lern und Bundesbankern ordentlich weitergeleitet wird, können wir ja gleich mit einem artverwandten Thema weitermachen: Die Buba nämlich hat sich auf schlanken 26 Seiten zur Entwicklung des deutschen Bankensystems in der Negativzins-Ära geäußert – und kommt dabei u.a. zu einer Schlussfolgerung, die wir (zum Unmut mancher Leser) so ähnlich bereits im August 2019, September 2019 sowie September dieses Jahres angedeutet hatten. Und zwar: Die niedrigen bzw. sogar negativen Zinsen belasten unsere lieben Banken und Sparkassen weniger, als diese glauben oder wenigstens glauben machen wollen. Lesen Sie in unserem „Kurz gebloggt“, wie die Bundesbank die Lage konkret einordnet – und wo sie das eigentliche „Zinsproblem“ der Geschäftsbanken sieht: Finanz-Szene.de

Exklusiv: ING Diba führt (eine ziemlich ungewöhnliche) Gebühr für die Rückgabe von Fondsanteilen ein. Beim Versuch, ihr jahrelang – aus guten Gründen – vernachlässigtes Provisionsgeschäft anzukurbeln, fährt die größte deutsche Onlinebank grob gesagt zweigleisig. Zum einen ersinnt sie neue Erlösmodelle oder versucht es zumindest (siehe hierhier, hier und hier). Und zum anderen? Schraubt sie ab und an auch schlicht an den Gebühren (siehe hier und hier). Eindeutig in die zweite Kategorie fällt eine Operation, die sich dem aktualisierten Preis- und Leistungsverzeichnis der Oranje-Bank entnehmen lässt. Für diverse Dienstleistungen im Wertpapiergeschäft verlangt die ING Diba nämlich in Zukunft mehr Geld. Voilà: Finanz-Szene.de

Und dann noch eine Meldung, die streng genommen zwar vom Wochenende ist (da stand das Ganze bereits in der „BÖZ“), die wir aufgrund ihrer Relevanz aber nicht weiter unten in der „News“-Rubrik verstecken wollten. Und zwar: Die HSBC Deutschland (vulgo: HSBC Trinkaus) will bis 2022 exakt 633 Vollzeitstellen abbauen, was 22% (!) aller Arbeitsplätze per Ende 2019 entspricht. Vorstandschefin Carola von Schmettow begründet die heftigen Einschnitte 1.) mit Corona sowie 2.) mit der Auslagerung von IT-Tätigkeiten und rechtfertigte sie überdies 3.) damit, dass man „in den vergangenen Jahren gegen den Trend Personal aufgebaut“ habe. Börsen-Zeitung

News

Falls Sie Lust auf ein bisschen Einlagensicherungs-Arbitrage verspüren: Wer sein Geld zur stocksoliden Bremer Greensill Bank AG tragen möchte, kann da draußen zusätzlich zu den Tages- und Festgeldzinsen inzwischen 125 Euro Bonus abstauben (kein Link) +++ Das Geschäft mit Konsumentenkrediten scheint nach Monaten des Schrumpfens (bezogen auf das Neugeschäft im Vergleich zum Vorjahr) wieder anzuziehen, hat der Datenguru Peter Barkow entdeckt. (Twitter) +++ Im Streit um die sog. „Sparkassen-Sonderzahlung“ (siehe unser FAQ von letzter Woche) haben sich die Tarifparteien auf einen Kompromiss geeinigt: Die Prämie wird reduziert, dafür erhalten die Beschäftigten mehr freie Tage (taz) +++ Die Volksbanken Rhein-Ruhr und Ruhr Mitte, die bekanntlich fusionieren wollten, wollen das jetzt plötzlich doch nicht mehr tun. Die offizielle Begründung, allen Ernstes: „Kulturelle Unterschiede.“ (Rheinische Post) +++  Während sich die meisten Sparkassen in puncto Ausschüttung momentan bedeckt halten, will die Sparkasse Bochum ihrer Stadt in diesem Jahr fast 17 Mio. Euro Dividende zahlen (HB/Paywall) +++ Die Sparda-Bank Nürnberg schafft ihr kostenloses Girokonto ab … (Nordbayern.de) +++ … während die Zahl der Banken und Sparkassen, die Strafzinsen verlangen, laut Biallo mittlerweile auf 214 gestiegen ist +++ Exklusiv: Beim Berliner Factoring-Fintech Finiata hat sich die Eigentümerstruktur im Zuge der jüngsten Kapitalerhöhung massiv verschoben. Ein britischer und ein tschechischer Venture-Capital-Investor halten jetzt addiert rund 52% der Anteile (Finanz-Szene.de) +++ Das „am höchsten gefundete deutsche Jung-Fintech„, nämlich Vanta, muss seinen Markenauftritt größtenteils überarbeiten. Grund: eine zu große klangliche Nähe zum ebenfalls Berliner Fintech Vantik. (Gründerszene/Paywall) +++ Laut Insolvenzverwalter Jaffé ist Wirecard in den Monaten vor der Insolvenz regelrecht „leergeräumt“ worden (SZ)

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