News des Tages

27/10/21: LBBW fusioniert Töchter, Apobanker fliehen, Postbank-Filialen schließen

Bundesbank dämpft Hoffnung auf baldige Erholung der Kreditnachfrage: Die Makrozahlen zum hiesigen Kreditgeschäft – jedenfalls jenseits der Immofinanzierung – entwickelten zuletzt ja eher durchwachsen (Firmenkunden) bzw. regelrecht mau (Konsumenten). Wer sich vom gestern veröffentlichten Bank Lending Survey der Bundesbank indes einen Aufputscher erhofft hatte, wurde enttäuscht. So berichten Banken und Sparkassen zwar von einer leicht steigenden Kreditnachfrage in allen drei erfragten Segmenten (Firmenkunden, Wohnungsbau, Konsumenten). Allerdings, und das ist die eigentliche Nachricht: Der besagte Anstieg blieb “deutlich hinter den Erwartungen der Banken aus dem Vorquartal zurück”, wie die Buba in ihrer Mitteilung einigermaßen schonungslos festhält. Sprich: Der im Juli (als die Daten zum vorherigen Bank Lending Survey erhoben wurden) durchaus noch vorhandene Optimismus ist für den Moment mehr oder weniger verflogen. Ohne die Ergebnisse überbewerten zu wollen: Der Spielraum für einen raschen Ausstieg aus der laxen Geldpolitik wird mit diesen Daten zumindest nicht größer. Buba-Website

Bafin warnt Banken vor Kündigungsdrohungen: Der Wildwuchs in Kommunikation und Umsetzung des BGH-Gebühren-Urteils (siehe auch unsere Beispiele hier) ist der Finanzaufsicht den nächsten öffentlichen Appell wert. In einer gestern publizierten Mitteilung – unter anderem aus Anlass einer “beträchtlichen Anzahl von Beschwerden” – formuliert die Bafin  ihre “Erwartungshaltung” wie folgt: Neben einer 1.) klaren und verständlichen Kommunikation und 2.) der Pflicht, unrechtmäßig eingeführte Gebühren nicht länger zu erheben sowie 3.) umgehend Rückerstattungen zu leisten, wo sie gefordert werden, sollen Banken und Sparkassen 4.) auf Rückzahlungen pochenden Kunden nicht die Bankverbindung kündigen. Plus: Die Institute sollen, bitte schön, 5.) hinreichend Rückstellungen bilden für die mögliche Rückerstattung unrechtmäßig erhobene Entgelte. Nun sind die rechtlichen Durchgriffsmöglichkeiten der Bafin in der Causa als solcher begrenzt. Allerdings, liebe Bankerinnen und Banker: Wollen Sie es sich mit der Aufsicht wirklich verscherzen?

Kurz-News

Die Deutsche Bank hat bei ihren Bemühungen, das Filialnetz der Postbank schneller zu verkleinern als vertraglich vorgesehen, einen Etappensieg errungen … +++ … Ursprünglich sollten ja nur 50 Postbank-Niederlassungen pro Jahr dichtmachen. Stattdessen sieht eine neue Vereinbarung vor, dass rund 100 Filialen, die eigentlich erst 2024 und 2025 schließen sollten, schon bis Ende 2023 schließen werden (HB/Paywall) +++ Gefühlt ist es ja schon länger so, dass wenn irgendwo ein Private-Banking-Team anheuert (etwa bei der Merkur Bank oder – bitte nach dem Klicken runterscrollen – bei der Volksbank Brawo), dieses Private-Banking-Team bevorzugt von der Apobank kommt … +++ … Kollege Wulf vom “Private Banking Magazin” glaubt nachvollziehbarerweise nicht an Zufall. Stattdessen seien der Apotheker- und Ärztebank allein zum 30. September weitere zehn Privat-Banking-Spezialisten abhanden gekommen (PBM) +++ Die Sparkassen Essen nimmt den nächsten Einschnitt im Filialnetz vor – und schließt acht weitere Zweigstellen (WAZ) +++ Die LBBW verschlankt ihre Struktur – und verschmilzt die Alternative-Assets-Tochter BW Equity auf die LBBW Asset Management (Mitteilung) +++ Die auf Ratenkredite spezialisierte Bingener SWK Bank sondiert einen Einstieg in die Mittelstandsfinanzierung (BÖZ/Print) +++ Zwei der weltgrößten Payment-Fintechs, nämlich Klarna aus Schweden und Stripe aus den USA (beide bekanntlich auch hierzulande sehr aktiv …), wollen kooperieren, … +++ … und zwar dergestalt, dass der “Payment Service Provider” Stripe seinen Händlern neben Bezahlmethoden wie Kreditkarte oder Paypal künftig auch die “Buy now, pay later”-Features von Klarna standardmäßig anbietet (CNBC) +++ Das Regensburger Kassenbon-Fintech Anybill hat vom High-Tech-Gründerfonds und weiteren Investoren 1,9 Mio. Euro erhalten (Finance Fwd) +++ Die Q3-Zahlen des u.a. auf Baufinanzierungen spezialisierten Berliner Kreditvermittlers Hypoport sind signifikant besser ausgefallen, als es die jüngsten Transaktionszahlen hatten vermuten lassen … +++ … So stieg der Umsatz um 18% auf 112 Mio. Euro, das Ebit um 60% auf 11,5 Mio. Euro. Auf Jahressicht ist Hypoport somit auf Kurs der eigenen Prognosen; die Aktie gestern im späten Handel: plus 7,8% +++ Die UBS hat im dritten Quartal 2,28 Mrd. Dollar nach Steuern verdient – und damit signifikant mehr als von Analysten erwartet (finanzen.net) +++ Das auch auf den deutschen Markt schielende Schweizer Spesen-Fintech Yokoy hat in einer Finanzierungsrunde umgerechnet 26 Mio. Dollar erhalten

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