News des Tages

28/01/21: ING Diba startet Dealwise, Berenberg mit 52% EK-Rendite, Online-Banking

28. Januar 2021

Von Heinz-Roger Dohms

Okay, gemessen an den 321 Mio. Euro Jahresüberschuss bei Flossbach von Storch (siehe unsere gestrige Ausgabe, wir schütteln immer noch den Kopf …) kann der Rest von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, eigentlich einpacken. Vielleicht mit Ausnahme des Lesers Riehmer. Denn dessen Berenberg Bank sandte gestern eine Pressemitteilung in die Welt, deren Inhalt zwar nicht ganz, aber doch wenigstens entfernt an Flossbach’sche Dimensionen gemahnt …

Konkret: Inklusive eines Einmaleffekts (18 Mio. Euro aus diversen Verkäufen) ist der Berenberg-Überschuss im vergangenen Jahr nochmals von 61 Mio. auf nunmehr 108 Mio. Euro gestiegen. Was wir hieran, neben vielen anderen Dingen, bemerkenswert finden: Bei den Kosten ging’s nur moderat nach oben, nämlich um 2%. Sehr diszipliniert also! Und selbst im Asset Management scheint sich endlich was zu tun: 3,4 Mrd. Euro Netto-Zuflüsse, Respekt! Völlig krass ist natürlich die Eigenkapitalrendite: 52%!!! Und ziemlich lässig, dass Berenberg diese Kennziffer nicht etwa verschämt im hinteren Teil der Pressemitteilung versteckt oder gleich ganz unter den Tisch fallen lässt. Sondern: Die „52%“ sind gleich der zweite Bullet-Point unter der HeadlineSo isser, der Leser Riehmer. Ein Investmentbanker, der nicht leugnet, einer zu sein.

News

Exklusiv: Die ING Deutschland launcht, wie Finanz-Szene.de erfahren hat, am heutigen Donnerstag nur für Kunden ihr Cashback-Programm „Dealwise“ (siehe zum Hintergrund unsere ausführliche Berichterstattung hier und hier) … ++++ … wobei dem Vernehmen nach – und das ist dann doch mal eine Hausnummer – rund 1000 Händler bei Dealwise am Start sind, darunter auch Größen wie Otto, Tchibo, Lidl und „Notebooksbilliger“ (eigene Informationen, Dealwise-Seite) +++ Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamts (die Angaben stammen aus dem Q1 2020) erledigen mittlerweile 56% der Menschen hierzulande simple Bankgeschäfte online. Ein Jahr zuvor seien es 53% gewesen, vor zehn Jahren erst 37% (Wiwo) +++ Als einziges deutsche Geldhaus ist die Commerzbank Mitglied der gestern vorgestellten „European Cloud User Coalition“, der insgesamt 13 europäische Finanzdienstleister angehören (BÖZ) ++++ Auf EU-Ebene könnte eine neue, eigenständige Behörde entstehen, die sich ausschließlich dem Thema Geldwäsche-Prävention widmet. So jedenfalls berichtet es die Börsen-Zeitung (Paywall)

Aus der Szene

Und hier noch unser Senf zum Gamestop-Wahnsinn (für alle, die es nicht mitbekommen haben: Gamestop ist eine eigentlich unbedeutende US-Einzelhandelskette, deren von Leerverkäufern belagerte Aktie infolge eines Social-Media-Hypes binnen zwei Wochen um 1900% gestiegen ist). Also: An der Düsseldorfer LS Exchange und via Tradegate wurden mit der Gamestop-Aktie gestern Umsätze von rund 320 Mio. Euro erzielt – das war ungefähr das Doppelte des gestrigen Xetra-Handelsumsatzes für Deutsche Bank, Commerzbank und Aareal zusammen. Eingedenk der Tatsache, dass es sich bei Tradegate und LS Exchange um die zentralen Schauplätze des seit Monaten zu besichtigenden sog. Trading-Booms handelt, ist es sicher nicht zu kassandramäßig, wenn wir festhalten: Die Linie zwischen Boom und Bust wird dünner. Oder anders gesagt: Wären wir ein sog. Neobroker – wir würden HEUTE unsere Finanzierungsrunde klarmachen. Wer weiß, was morgen ist.

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