28/09/20: Fidor, Deutsche Bank, Commerzbank, DZ Bank, Billfront

28. September 2020

Exklusiv: Nach Informationen von Finanz-Szene.de soll nun auch die Fidor Bank einen Betriebsrat bekommen – was man als Indiz nehmen kann, dass das N26-Beispiel jetzt also auch bei anderen Fintechs bzw. Fintechs i.w.S. Schule machen könnte (Bei Wirecard gab’s ja nach der Insolvenz ähnliche Bestrebungen). Oder anders gesagt: Da, wo Unsicherheit, Unzufriedenheit oder gar Jobangst herrschen (die Lage bei Fidor ist ja mindestens einmal unübersichtlich, siehe hierhier und hier), kriegt Verdi so langsam einen Fuß in die Tür. Die Betriebsratsversammlung soll angeblich noch in dieser Woche stattfinden, nähere Infos besitzen wir keine. Vonseiten der Fidor-Bank hieß es gestern Nachmittag auf Anfrage: Kein Kommentar.

1,7 Mrd. Euro hat die Deutsche Bank im vergangenen Jahr für Mieten und Mobiliar ausgegeben – eine Kostenposition, von der man (auch intern) eher nicht dachte, dass sie großes Sparpotenzial birgt. Indes: Seit Corona ist die Welt bekanntlich eine andere. In Zürich hat die Deutsche Bank zwei von fünf Stockwerken aufgegeben, in New York soll die Bürofläche um fast ein Drittel sinken, die Tochter DWS ist in London in kostengünstigere Räumlichkeiten umgezogen. Und nun? Lotet die Bank nach eigener Aussage ein „Hybrid-Modell“ aus, bei dem die Mitarbeiter ihre Arbeitszeit dauerhaft zwischen Büro und Home-Office aufteilen sollen. Seeking Alpha

News

Moody’s hat das A1-Rating für die Commerzbank zwar bestätigt, allerdings den Ausblick auf „negativ“ gesenkt (Reuters) +++ Um die Kapitalauflagen auch in Zukunft erfüllen können, will die Helaba vermehrt Kreditrisiken an Investoren auslagern, so der neue Vorstandschef Thomas Groß in der „BÖZ“. Ein „deutlicher zweistelliger Prozentsatz“ der jeweiligen Kreditsumme solle allerdings i.d.R. in den eigenen Büchern bleiben (Börsen-Zeitung) +++ Der bisherige Chefvolkswirt der DZ Bank, Stefan Bielmeier, wird Vorstand bei der Tochter DZ Privatbank und soll dort das Portfoliomanagement verantworten (LinkedIn)

Wussten Sie schon?

… dass die Finleap-Tochter Billfront richtig Geschäft macht? Kurzer Rückblick: Als wir vor zwei Jahren unseren großen „Finleap-Venture-Check“ veröffentlichten, kam das Working-Capital-Fintech eher mäßig weg. Das Urteil lautete, bei Billfront tue sich „nicht so wahnsinnig viel“ – allerdings verbunden mit der Einschränkung, es könne auch sein, dass wir das, was sich tut, ganz einfach nicht sehen. Tatsächlich erzählte uns CEO Gregor Dimitriou dieser Tage nun, Billfront sei eben „keine dieser auf Massengeschäft angelegten SME-Kredit-Plattformen“, sondern ein Player, der auch mal „maßgeschneiderte Transaktionen von 10 Mio. Euro und mehr“ strukturiere. Heißt: Eher Boutique als Bohei. Weder sieht man bei Linkedin unzählige Mitarbeiter, noch sieht man riesige Fundings, weil’s für den Manufaktur-Ansatz beides nicht unbedingt braucht. Die Volumina? Trotzdem achtbar. Forderungsbesicherte Kredite im Umfang von rund 100 Mio. Euro vergibt Billfront dieses Jahr an Adtechs (das war die ursprüngliche Nische) und sonstige Digitalfirmen, trotz Corona ein Plus von knapp 50% zum Vorjahr, so Dimitriou. Bislang lief das Geschäft lizenzmäßig über die Schwesterfirma Solarisbank. Nun indes wechselt Billfront, wie Finanz-Szene.de erfuhr, zur Raisin Bank. Was dann das nächste „Wussten Sie schon?“ wäre: Die Raisin Bank, wird in Berlin erzählt, kratze schon seit einer Weile an Solaris-Klientel herum.

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