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28/10/21: So viel kostet „Basel IV“, „Die „Sparda-Trades“, Das Monzo-Funding

27. Oktober 2021

Von Heinz-Roger Dohms

Die deutschen Banken brauchen infolge der „Basel III“-Finalisierung rund 20 Mrd. Euro Eigenkapital: … so jedenfalls hat es Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling gestern vorgerechnet (wir selber waren wegen der parallel aufzuarbeitenden Deutsche-Bank-Zahlen und des zugehörigen Analystencalls leider nicht zugegen bei dem Gespräch, beziehen unser Wissen daher aus der BÖZ/Paywall und der FAZ …). Betroffen sind dabei wegen des sogenannten „Output Floors“ (siehe unsere Berichterstattung von letzter Woche) vor allem jene rund 50 deutschen Banken, die ihre Kapitalanforderungen auf Basis interner Modelle selbst berechnen. Diese müssen sich gemessen an ihrem heutigen Eigenkapital auf einen Anstieg um durchschnittlich 11% gefasst machen, während sich der Mehrbedarf bei den übrigen Banken und Sparkassen auf gerade mal 3% belaufe. Alles in allem würden die rund 20 Mrd. Euro – bezogen auf die heutige Kapitaldecke von 365 Mrd. Euro – somit einen Anstieg um 6% bedeuten. Was viel weniger wäre als die 21%, welche einst von der Eba geweissagt worden waren.

Was es mit der Cum-Ex-Razzia bei der Sparda Berlin auf sich haben soll. Irgendwie dachte man ja immer, die Sparda-Banken seien so brav wie ihr langjähriges Geschäftsmodell (Einlagen rein, Baufinanzierungen raus). Dass das so ganz vielleicht doch nicht stimmt, hatten wir vor längerer Zeit schon mal in anderem Zusammenhang festgestellt (-> Union Investment lud Sparda-Chefs jahrelang zu Luxusreisen ein). Und nun? Auch noch das: Razzia bei der Sparda Berlin! In Zusammenhang mit Cum-Ex! So jedenfalls berichteten es gestern die Online-Medien. Die möglichen Hintergründe dröselt heute Früh kenntnisreich das „Handelsblatt“ (Paywall) auf. Demnach benötigte ein anderes in die krummen Aktiendeals verstricktes Geldhaus, nämlich die Hypo-Vereinsbank, um interne Limits einzuhalten, weitere Banken, die einige der gehandelten Aktien auf ihre Bücher nahmen. HVB-intern hätten die Deals sogar einen eigenen Namen gehabt – „Sparda-Trades“. Ob das der Hintergrund der Razzia diese Woche ist? Ist nicht klar. Scheint aber so.

News

Apropos Basel III: Die infolge der Corona-Krise bereits auf 2023 verschobene Umsetzung der neuen Regeln soll nach dem Willen der EU-Kommission um zwei weitere Jahre hinausgezögert werden. Neuer Starttermin wäre demnach der 1. Januar 2025 (BÖZ/Paywall) +++ Für alle, die es nicht bereits der Deutsche-Bank-Analyse entnommen haben: Die DWS hat im dritten Quartal einen Rekordgewinn von 271 Mio. Euro vor Steuern erzielt. Der Mittelzufluss belief sich netto auf 12 Mrd. Euro (Reuters/Wiwo) +++ Die neue Finanzierungsrunde der Londoner Challenger-Bank Monzo konkretisiert sich. Laut „Sky News“ wollen die Briten bei Investoren rund 300 Mio. Pfund einsammeln – und streben dabei eine Bewertung von 3 Mrd. Pfund an (das wäre sehr grob gerechnet doppelt so viel wie bei Bunq und halb so viel wie bei N26) +++ Der schwedische PE-Investor EQT (der hierzulande bekanntlich nach der Schufa greift) prüft „Bloomberg“ zufolge ein Übernahmeangebot für den Schweizer Bankensoftware-Riesen Temenos. Derzeitiger Börsenwert: 8,5 Mrd. Euro (Cash)

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