28/11/19: Deutsche Bank, Bancassurance, NordLB, Comdirect

28. November 2019

„Warum macht Ihr so wenig über ‚Bancassurance'“, werden wir manchmal gefragt. Worauf wir dann immer antworten: Weil wir zu wenig Ahnung davon haben. Was uns in all unserer Naivität dann aber doch aufgefallen ist: Kann es sein, dass die Deutsche Bank diese Woche (zwei Jahre nach der Ankündigung…)  ihren digitalen Versicherungsordner gelauncht hat? Zumindest in der Beta-Version. Fanden wir insofern ganz interessant, als neulich ja auch schon die Comdirect ihren digitalen Versicherungsordner livegeschaltet hat. Ist das die Zukunft (und vielleicht ja gar die Antwort auf die Bigtechs)? Die Hausbank als digitales „Financial Home“ auch übers Bankgeschäft hinaus? Wie gesagt, keine Ahnung. Was aber festzustellen ist: Diverse Fintechs oder Halb-Fintechs (Hypoport, Clark, Finconomy, Friendsurance, JDC …) sind mit „Bancassurance“ inzwischen B2B2C-mäßig unterwegs. Sprich: Fintech baut was für eine Bank, was deren Kunden dann nutzen sollen. Auf der B2B-Strecke scheint es Nachfrage zu geben. Ob auch auf der B2C-Strecke, wird sich zeigen.

Wussten Sie eigentlich, dass die eben noch schwer kriselnde NordLB schon in wenigen Jahren zu den kosteneffizientesten und rentabelsten deutschen, wenn nicht europäischen Banken gehören wird? Wussten Sie nicht? Ist aber so! (neudeutsch: Isso!) Hat nämlich Reinhold Hilbers, niedersächsischer Finanzminister, gestern bei einer Pressekonferenz erzählt. Wörtlich erklärte der CDU-Politiker, die Landesregierung sei „optimistisch“, dass die NordLB die von der EU als Preis für die staatliche Rettung von 2024 an verlangte Hammer-Eigenkapitalrendite von 8% erreichen werde. Das Gleiche soll für die vorgegebene Cost-Income-Ratio von 46% (!) gelten. Schade, denkt man sich da, dass dem Land Niedersachsen nicht noch mehr deutschen Banken gehören. Denn dann wäre die blöde Branchenkrise bald vorbei. Süddeutsche Zeitung

Comdirect-Aktionäre lassen Commerzbank zappeln. Eine kleine Denksportaufgabe: 0,02 – 0,06 – 0,12 – 0,17, welche Zahl kommt wohl als nächstes? Eher nicht die „8“, oder? Jedenfalls: Die Zahlenreihe zeigt, wie viel Prozent der Comdirect-Aktien vor drei Wochen, vor zwei Wochen, vor einer Woche und schließlich bis gestern Abend angedient worden sind. Zur Erinnerung: 82% hält die Coba ohnehin, 90% sollten es im Zuge des Übernahmeangebots werden, damit der Verschmelzungsprozess nicht teurer, langwieriger und riskanter wird, als in Frankfurt erhofft.  Nächsten Freitag läuft die Frist ab. Macht noch neun Tage für 7,83 Prozentpunkte. Coba-Mitteilung

Kurzmeldungen

Die Politik erleichtert deutschen Banken von 2020 an Verkauf und Aufbewahrung von Kryptowährungen. Das gehe aus einem vom Bundestag bereits verabschieden Gesetzentwurf hervor, berichtet das „Handelsblatt“ (Paywall) +++  Der Commerzbank-Betriebsrat wirft dem Vorstand vor, dass der ihm keinerlei Details zum angekündigten Jobabbau vorlege. (Reuters) +++ Die Deutsche Bank kommt beim Abbau ihrer Bilanz voran – und verkauft ein 50 Mrd. Dollar schweres Wertpapierpaket an Goldman Sachs (FAZ)

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