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29/03/21: Coba findet AR-Chef, Der Schufa-Hammer, Bayern-LB-Zahlen

29. März 2021

Commerzbank holt Geno-Urgestein als Aufsichtsratschef. Das ging dann doch recht flott: Wie die Commerzbank gestern Abend mitteilte, soll der ehemalige DZ-Bank-Aufsichtsratschef Helmut Gottschalk dem Commerzbank-Kontrollgremium ab der Hauptversammlung vorstehen. Gottschalk (69) kommt quasi „aus der Rente“, war bis 2017 Chef Volksbank Herrenberg und – formal im Nebenjob – von 2010 bis 2018 AR-Chef der DZ-Bank. Mitteilung

Und hier gleich noch ein Wochenend-Hammer, wobei dieser von den Kollegen von „Bloomberg“ (Paywall) kommt: Die deutschen Kreditwirtschaft oder wenigstens einige ihrer prominentesten Vertreter überlegen angeblich, die Schufa zu verkaufen – und zwar an Private-Equity-Investoren. Entsprechende Sondierungsgespräche zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank auf der einen sowie EQT und Hellman & Friedman auf der anderen Seite hätten bereits stattgefunden, als mögliche Bewertung seien 2 Mrd. Euro im Gespräch (was gemessen an den 2019er-Zahlen, wenn wir uns nicht verrechnet haben, einem Multiple von 9,4 auf den Umsatz und von grob 33 auf den Vorsteuergewinn entspräche). Freilich gibt auch „Bloomberg“ selbst zu bedenken: Ob ein Verkauf ausgerechnet der Schufa ausgerechnet an Finanzinvestoren politisch durchsetzbar ist, das sei abzuwarten.

Ähhh, und was gibt es jetzt eigentlich sonst noch von den BayernLB zu berichten? Das 2020er-Vorsteuerergebnis lag bei 195 Mio. Euro (-70%) … +++ … wovon allerdings 264 Mio. Euro (-13%) von der DKB kamen, womit sich durch simple Substraktion ergibt, dass von der übrigen und eigentlichen BayernLB gar nichts kam. Eher im Gegenteil … +++ … Offizielle Begründung? Angeblich ganz, ganz viel Risikovorsorge (tatsächlich saldiert gerade mal 142 Mio. Euro, inkl. DKB) und ein durchaus ordentlicher Restrukturierungs-Aufwand (287 Mio. Euro, inkl. DKB) … +++ … Ergänzende Begründung unsererseits: Verwaltungsaufwand (und zwar ex Restrukturierung) um 5,1% (!) rauf auf 1,52 Mrd. Euro. MitteilungPräsentation (PDF)

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So, jetzt geht offenbar alles ganz schnell: Deutsche-Bank-Chef Sewing dürfte laut Medienberichten noch vor der Hauptversammlung im Mai seinen zusätzlichen Posten als Investmentbanking-Chef des Instituts abgeben … +++ … und zwar, wie am Freitag als erstes die „Süddeutsche Zeitung“  mutmaßte, an Fabrizio Campelli, bislang im Vorstand für die Transformation zuständig +++ Ein merklich gestiegenes Provisionsergebnis (+14% auf 97 Mio. Euro) hat die notorisch ertragsschwache Frankfurter Sparkasse 2020 vor einem noch schwächeren Ergebnis bewahrt. Konkret: Vor Bewertung reichte es zu 65,3 Mio. Euro. Macht 0,32% der DBS … (Mitteilung/PDF) +++ … Trotzdem erhebt die Fraspa nun ebenso wie die ähnlich ertragsschwache Hamburger Haspa schon ab 50.000 Euro Negativzinsen – und zwar auch von Bestandskunden (HB/Paywall) +++ Derweil die Sparkasse Hannover: Hat 2020 aus einer DBS von 17,5 Mrd. Euro ein Ergebnis vor Bewertung von 128 Mio. Euro herausgepresst. Macht 0,73%. Hannover ist also mehr als doppelt so profitabel wie Frankfurt (Mitteilung) +++ Das Land NRW muss weitere 160 Mio. Euro in den WestLB-Nachfolger Portigon pumpen (dgap)

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