29/04/19: Coba-Badwill, DSGV vs. Apple, DWS-Zahlen

28. April 2019

Dürfen wir dann doch nochmal kurz auf Blau-Gelb zu sprechen kommen? Auch wenn es Ihnen womöglich  so geht wie dem Leser B., der uns am Freitag schrieb: „Sind wir nicht alle furchtbar erschöpft von jeglicher Berichterstattung über die Deutsche Bank? […]  Wir sollten diese palliative Begleitung der DBK einstellen. […] Ich kann nicht mehr.“

Da muss Herr B. jetzt durch, auf geht’s: Ist Ihnen mal aufgefallen, dass das Wort „Badwill“ – soweit wir das verfolgt haben – in keinem der Dutzenden Artikel, Analysen, Kommentare und Interviews auftaucht, die zwischen Donnerstagmittag und gestern Abend zum Fusions-Aus veröffentlicht worden sind? Dabei kam doch wochenlang kaum ein Artikel ohne das Wort „Badwill“ aus. Komisch.

Weiß man denn nun, was in Sachen „Badwill“ Sache war/ist? Tor 1: Die Aufseher haben den Badwill-Trick tatsächlich durchgewinkt – und trotzdem hat’s sich nicht gerechnet? Oder Tor 2:  Der „Badwill“ war am Ende das einzige wirkliche Pro-Argument. Die Aufseher haben aber Skepsis signalisiert – was man so natürlich nicht kommunizieren darf, weshalb jetzt andere Gründe vorgeschoben werden? Oder Tor 3:  Der „Badwill“ war nur ein mediales Scheinthema, das real überhaupt keine Rolle gespielt hat. Sei’s drum. Hier jedenfalls die Zusammenfassung dessen, was „Spiegel“, „FAS“, „Wams“, „HB“ und wie sie alle heißen am Wochenende zur gescheiterten Fusion geschrieben haben. Zwar ohne „Badwill“, dafür aber mit einigen anderen interessanten Aspekten: Finanz-Szene.de

So, jetzt blicken wir aber nach vorn: Die Deutsche Bank macht jetzt erst mal alleine weiter. Doch ist sie dafür überhaupt gewappnet? Wir haben uns die am Freitag publizierten Q1-Zahlen sehr genau angeschaut und die entscheidenden Aspekte ganz, ganz kurz für Sie zusammengefasst: Finanz-Szene.de

… und natürlich haben wir dasselbe auch mit den DWS-Zahlen gemacht. Dabei beschlich uns der Verdacht: Auch wenn die Fondstochter der Deutschen Bank bei den Kostenzielen vordergründig auf dem richtigen Weg ist, liegt das eindeutig nicht an den Gehältern. Die sind nämlich um 14% (!) rauf. Hatte Herr Wöhrmann nicht eigentlich „die Treppe kehren wollen“, und zwar „von oben“. Sieht aus, als suche der gute Mann noch nach dem Besen: Finanz-Szene.de

Themenwechsel: Ist es eine gute Nachricht, wenn man in der „Lebensmittelzeitung“ liest, „der Handelsverband Deutschland, der deutsche Sparkassenverband, SAP und das Institut der Deutschen Wirtschaft“ hätten sich (offenbar irgendwie koordiniert über die Uni Potsdam) zusammengetan, „um die Machbarkeit eines händlerübergreifenden, branchenoffenen Handy-Bezahlsystems zu eruieren“ und auf diesem Wege der „Datenmacht der Digitalkonzerne“ eine deutsch-europäische Lösung entgegenzustellen? Mmmhhh. Ist’s zum Eruieren nicht eigentlich zu spät? Nun denn, vielleicht werden wir eines Besseren belehrt, würde uns freuen. LZ (Paywall)

Kurzmeldungen: Der mit 74 Jahren i.d.T.  nicht mehr blutjunge Wirecard-AR-Chef Wulf Matthias wird den Posten 2020 abgeben (HB/Paywall) +++ Die Helaba, die BayernLB und die sparkasseneigene S-Servicepartner GmbH sind der Blockchain-Plattform Marco Polo beigetreten (Der Treasurer)

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