29/09/20: N26, Commerzbank, Manfred Knof, Grenke, Wirecard, Haspa

29. September 2020

Die personellen Turbulenzen bei N26 hatten (bzw. haben) viele Facetten – darunter auch jene, dass unter den jüngsten Abgängen die zwei wichtigsten Managerinnen des Fintechs sind, nämlich Personalchefin Noor van Boven und Produktchefin Georgina Smallwood. Zumindest unter geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten (Berlin ist nicht Rhein-Neckar …) wird diese Doppellücke nun allerdings geschlossen. Denn wie gestern offiziell verlautete, hat N26 zwei neue Top-Managerinnen geheuert: zum einen Diana Styles (sie kommt von Adidas und folgt als „Chief People Officer“ auf van Boven) sowie Adrienne Gormley (sie kommt von Dropbox und arbeitete zuvor bei Google), die sich als „Chief Operating Officer“ u.a. um den Kundenservice kümmern soll. Banken-Erfahrung bringen ausweislich ihrer Social-Media Profile weder Styles noch Gormley mit. Interessante Frage (auch aus Sicht der Bafin), ob das bei der neuen Produktchefin oder dem neuen Produktchef genauso sein wird.

News

Bei der Deutschen Bank soll sich Konzernvize Karl von Rohr mit sofortiger Wirkung um das heimische Privatkundengeschäft kümmern +++ Der bisherige Retailchef Manfred Knof, der bekanntlich als CEO zur Coba wechselt, wurde derweil freigestellt +++ Die Aktie der Commerzbank stieg gestern um 3,6%. Allerdings: Papiere der Deutschen Bank kletterten um 5,5%, für den europäischen Banken-Stoxx ging es um 4,8% nach oben. Mithin: Keine Knof-Rally bei der Coba, sondern Markteffekte und sogar ein bisschen Underperformance +++ Und nochmal Commerzbank: Bei Neukunden sinkt die Grenze, aber der ein „Verwahrentgelt“ für Einlagen erhoben wird, von 250.000 Euro auf 100.000 Euro (FAZ) +++ Bei Grenke hat am gestrigen Montag eine Bafin-Sonderprüfung begonnen. Die Ausführung im Auftrag der Finanzaufsicht übernimmt die Beratungsgesellschaft Mazars (Reuters) +++ Der Finanzinvestor Apollo ist laut „SZ“ aus dem Rennen um das Wirecard-Kerngeschäft (vermutlich inklusive Wirecard-Bank) ausgeschieden. Bleiben der britische Mobilfunker Lycamobile, der italienische Zahlungsdienstleister SIA und als Favorit die Santander Bank (Süddeutsche) +++ Unterdessen ist der Wirecard-Insolvenzverwalter ein weiteres Klein-Asset losgeworden, nämlich die Tochter in Rumänien (per Mail)

Wussten Sie schon?

… dass Haspa-Chef Harald Vogelsang einen Weg gefunden hat, sich bei der Finanz-Szene.de-Redaktion für die zahllosen unbotmäßigen Artikel der vergangenen Jahre (siehe u.a. hierhierhierhierhierhier und hier) zu revanchieren? In unmittelbarer Nachbarschaft unserer Hamburger Redaktion hat die Sparkasse nämlich ein Grundstück erworben – de facto handelt es sich um unseren wohlverdienten kostenlosen innerstädtischen Parkplatz -, um dort ein Azubi-Wohnheim (!) u.a. für die Haspa-Auszubildenden (!) errichten zu lassen, wie wir der „Mopo“ und der „Immo-Zeitung“ entnehmen. Städtebaulich vielleicht gerade noch so vertretbar. Aber natürlich trotzdem eine linke Nummer. Unsere billige Retourkutsche, lieber Herr Vogelsang, wird nicht auf sich warten lassen. Mehr dazu morgen Früh an dieser Stelle.

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