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29/11/21: Heute ist „D-Day“ bei EPI, Brüssel kommt Neobrokern entgegen, Dt. Bank crasht

28. November 2021

Von Christian Kirchner und Heinz-Roger Dohms

Bei der „European Payments Initiative“ naht die Entscheidung – deutsche Banken geschlossen dafür: Nach den Sparkassen soll sich Ende vergangener Woche auch die Commerzbank zu einer Finanzierung des geplanten paneuropäischen Zahlungssystems durchgerungen haben. So zumindest berichtet es das  „Handelsblatt“ (Paywall). Die Deutsche Bank hatte sich kürzlich ja schon öffentlich zu einer Finanzierung von EPI bekannt; heute Vormittag sollen zudem die Genobanken ihre Zustimmung geben …

… Offen ist dagegen weiterhin, ob sich auch genügend Banken außerhalb Deutschlands an dem europäischen Debit-Scheme beteiligen wollen. Wie Finanz-Szene Mitte Oktober exklusiv berichtet hatte, gibt es insbesondere innerhalb der spanischen, niederländischen und polnischen Kreditwirtschaft Vorbehalte gegen das Projekt. Das hat auch damit zu tun, dass diese Länder – anders als Deutschland, wo Giropay und Paydirekt auf nur geringe Marktanteile kommen – bereits über etablierte nationale Online-Bezahlverfahren verfügen. Dementsprechend wird der etwaige Mehrwert durch die „European Payments Iniative“ dort anders eingeschätzt. Heute Nachmittag soll laut Angaben aus Finanzkreisen ein weiteres Treffen der rund 30 an der Initiative beteiligen Banken und Zahlungsdienstleister stattfinden. Möglicherweise fällt dabei die finale Entscheidung pro oder contra EPI.

Großaktionär stockt bei Deutscher Bank auf – Aktie crasht trotzdem: Einer der größten Investoren des führenden hiesigen Geldinstituts, nämlich die in Los Angeles beheimatete Capital Group, hat seinen Anteil von 3,74% auf 5,20% erhöht, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung hervorgeht …

… Den Einbruch der Deutsche-Bank-Aktie konnte die Nachricht gleichwohl nicht stoppen. Nach den Meldungen über eine neue, in Südafrika entdeckte Corona-Variante ging es an den globalen Märkten am Freitag dramatisch bergab; viele Finanzwerte waren hiervon besonders betroffen. Der Dax schloss mit 4,2% im Minus, die Deutsche Bank krachte um 7,5%, die Aktien der Commerzbank (an der die Capital Group übrigens ebenfalls signifikant Anteile hält) verloren 6,0% an Wert.

News

In der Debatte um ein mögliches „Payment for Order Flow“-Verbot hat die zuständige EU-Kommissarin Mairead McGuiness die eigenen, am Donnerstag präsentierten Pläne relativiert … +++ … „Bei diesem Thema ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, sagte McGuiness in einem Interview mit der „FAZ“ (Paywall) und verwies unter anderem auf entsprechende Bedenken von EU-Parlamentariern … +++ … Besonders deutlich positionierte sich in dieser Hinsicht der Grüne Sven Giegold, der ein etwaiges Komplett-Verbot von Rückvergütungen als „Geschenk für alle konventionellen Anbieter, die sich die lästige Fintech-Konkurrenz vom Hals schaffen wollen“ bezeichnete +++ Bei der Deka gewinnt der hauseigene Robo Advisor „Bevestor“ nur langsam an Fahrt. Die Assets under Management beliefen sich momentan auf 170 Mio. Euro, sagte Vorstand Torsten Knapmeyer der Samstags-BÖZ (Paywall) … +++ … Und noch ein zweiter Datenpunkt aus dem Knapmeyer-Interview: Die im April 2020 gestartete, „S-Invest“ genannte Investment-App der Sparkassen kommt bislang auf gut 900.000 Downloads +++ Apropos Robo: Der Marktführer Scalable Capital senkt die Mindestanlagesumme auf 1.000 Euro, bei Sparplänen sogar auf 20 Euro monatlich (HB, Print)

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