30/04/19: Achleitner vs. Sewing, Vimpay, Klarna

30. April 2019

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten zur Deutschen Bank und Commerzbank. Denn: Bei beiden Instituten wird Meinungspluralismus jetzt großgeschrieben. War es für Coba-Chef Zielke noch vor zwei Wochen „ausgeschlossen, nichts zu tun“, erklärt derselbe Zielke nun, man sei „alleine stark genug“. Derweil bei der Deutschen Bank: Deutet Vorstandschef Sewing einen Strategieschwenk im Investmentbanking an, woraufhin sein Aufsichtsratschef Achleitner meint, es gehe lediglich um „Execution“. Weil: Die Strategie stimme ja! In den vergangenen Jahren galt: Wenn Achleitner seinem CEO derart offen widersprach, musste sich der jeweilige CEO warm anziehen. Doch diesmal: Sollte Achleitner sich lieber mal selbst nach einer dicken Jacke umsehen. Warum? Unser „Kurz gebloggt“: Finanz-Szene.de

Sparda-Banken führen Apple Pay durch die Hintertür ein: Als der US-Konzern im Dezember seine hiesigen Partner für sein Mobile-Payment-Angebot präsentierte, waren darunter neben der Deutschen Bank und N26 auch ein paar Wallet-Spezialisten wie Boon (gehört zu Wirecard) oder Vimpay (gehört zu … ähem: keine Ahnung). Doch kaum, dass man den Namen Vimpay wieder vergessen hat, melden nun die Sparda-Banken West und Baden-Württemberg, sie würden ihren Kunden von Mai an Apple Pay anbieten – und zwar mithilfe von Vimpay. Lehren? 1.) Schon vor Monaten haben wir bei unserem Gastautor Rudolf Linsenbarth gelernt, dass jeder Bankkunde Vimpay (und damit Apple Pay) auch einfach so installieren kann. 2.) Ob Wallet-Lösungen wie Boon oder Vimpay eine Zukunft haben, wenn sich erstmal alle Banken mit Apple Pay verständigt haben, steht dahin. 3.) Der Sparda-Sonderweg zeigt, dass sich der Geno-Sektor (genau wie die Sparkassen) Apple Pay kaum dauerhaft wird verschließen können. Sparda-Bank WestHB (Paywall)

Kurzmeldungen: Nochmal Achleitner: Der war mit 858.000 Euro voriges Jahr Deutschlands bestbezahlter Aufsichtsratschef (Vergütungsstudie) +++ Die Coba-VC-Tochter Commerz Ventures beteiligt sich an einer 9-Mio.-Dollar-Finanzierungsrunde der UK-Datenanalyse-Firma Mosaic Smart Data.  +++ Mastercard und Visa kündigen an, die Interbankenentgelte für außerhalb Europas ausgegebene Kreditkarten beim Einsatz in Europa deutlich zu senken (EU-Kommission) +++ Wegen verbesserter Risikokennziffern muss die Deutsche Bank künftig etwas geringere Anforderungen an Kapital- und Schuldenquoten erfüllen  (Pressemitteilung)

Aus der Szene

Als das schwedische Payment-Unicorn Klarna gestern Früh seine (übrigens sehr guten) 2018er-Zahlen präsentierte, ließ es sich die deutsche Pressestelle nicht nehmen, eine eigene Pressemitteilung zu verschicken. Tenor: In der Dach-Region (47%) wachse der Zahlungsdienstleister sogar stärker als konzernweit – und in Deutschland mache Klarna mittlerweile mehr Umsatz als in Schweden. Das alles passt zu einem Gerücht, dass in der Payment-Szene schon länger rumgereicht wird, auch wenn es nach Angaben Klarnas definitv falsch ist – nämlich dass die Schweden ihren Hauptsitz von Stockholm nach Berlin verlegen wollten. Indes: Spezielle Berlin-Pläne scheint Klarna nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ trotzdem zu hegen: Finanz-Szene.de

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