06/07/20: Merck Finck, Dt. Bank, Apobank, Flatex, Qonto, Lemonade

6. Juli 2020

Da hört eine der ältesten und größten deutschen Privatbanken 150 Jahre nach ihrer Gründung auf zu existieren – doch vor lauter Wirecard (zu Wirecard kommen wir weiter unten) und Commerzbank ist die Meldung beinah untergegangen. Drum, nochmal zum Mitschreiben: Am Freitag tauchte im Handelsregister ein Eintrag auf, wonach die „Merck Finck Privatbankiers AG, München, Pacellistr. 16, 80333 München“ am Tag zuvor den „Entwurf eines Verschmelzungsplans über ihre Verschmelzung“ mit der Quintet Private Bank (Europe) S.A. eingereicht habe. In der ebenfalls am Freitag verschickten Pressemitteilung heißt es derweil, Merck Finck werde als Marke erhalten bleiben, auch ein lokales Management wird es weiterhin geben. Na, immerhin das. Das Unternehmen jedoch verschwindet. Keine Überraschung nach dem Niedergang der letzten Jahre.

Was wird aus Fintech-Vordenker André Bajorat? Das fragten sich viele in der Branche, nachdem sein eigenes Unternehmen (also Figo) letztes Jahr in der Finleap-Gruppe aufging und eine Zeitlang der Eindruck entstehen konnte, Bajorat würde jetzt zu einem deutschen Chris Skinner (also zu einem hauptberuflichen „Elder-States-Blogger“) werden. Von wegen! Anfang des Jahres tauchte Bajorat unvermittelt bei der Deutschen Bank auf. Und nun – steigt er dort nach nur sechs Monaten zum Strategiechef der Corporate Bank auf. Beachtlich!, kann man da nur sagen. Finanz-Szene.de

Wiewohl bei Finanz-Szene natürlich niemand gelobt wird, ohne gleich eine kleine Spitze zu kassieren: Was hätte der früher ja tendenziell eher bankenkritische Elder-States-Blogger André Bajorat wohl zur „European Payment Initiative“ (EPI) der europäischen Kreditwirtschaft gesagt? Als hauptberuflicher Deutschbanker jedenfalls bezeichnete er die Ende letzter Woche von der EZB offiziell verkündete EPI-Gründung als „starkes erstes Signal“ (hier der entsprechende Linkedin-Post). Wollen wir im Sinne aller Beteiligten hoffen, dass sich diese Einschätzung bewahrheitet. Mit dabei jedenfalls sind für erste 16 Banken bzw. Bankerverbünde aus fünf europäischen Ländern, darunter aus Deutschland die Sparkassen, die DZ Bank, die Commerzbank und Bajorats Deutsche Bank (also quasi all jene, die auch hinter Paydirekt stehen). Nochmal kurz zum Grand Design: Zunächst soll hierzulande das #DK-Projekt (also quasi die Verknüpfung von Girocard, Paydirekt und Giropay) vollendet werden; und dann soll dieses neue deutsche Payment-Scheme im europäischen EPI-Scheme aufgehen und daraus dann eine Alternative zu Visa und Mastercard entstehen.

News

Bei der Apobank gibt es auch fünf Wochen nach dem verpatzten IT-Umzug immer noch massive Probleme. So hakte es dieser Tage unter anderem bei Kontoauszügen und Rechnungabschlüssen (Apotheke Adhoc) +++ Nach der gescheiterten Übernahme von Oddo BHF Seydler durch den Multi-Unternehmer Rolf Elgeti gibt der langjährige Seydler-Chef René Parmentier sein Amt mit sofortiger Wirkung ab. Nachfolger wird Vorstandskollege Christophe Tadié, der auch in der Führung der Mutter Oddo BHF sitzt (per Mail) +++ Der Onlinebroker Flatex hat laut am Donnerstag veröffentlichten vorläufigen Zahlen im ersten Halbjahr 37,6 Mio. Transaktionen abgewickelt, ein Plus von 152% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Onvista) +++ Am Freitag haben dann die beiden Flatex-Großaktionäre „Gesellschaft für Börsenkommunikation“ (also quasi der Kollege Förtsch) und Heliad Equity Partners bekanntgegeben, im Rahmen einer Privatplatzierung fast 12% aller ausstehenden Flatex-Aktien zu verkaufen (dgap) +++  Matthias Danne wird neuer Vizechef der Deka (e-fundresearch.com) +++ Die Anfang des Jahres auch in Deutschland gestartete französische KMU-Mobile-Bank Qonto stellt auf hiesige IBANs um (Cash-Online) +++ Die Berenberg Bank baut die Leitung ihres Investmentbankings um (Mitteilung) +++ Das US-Insurtech Lemonade hat es an die Börse geschafft und wird dort mit 1,6 Mrd. Dollar bewertet (TechCrunch)

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