Exklusiv

71% Plus: Ratepay steigert Erträge auf fast 100 Mio. Euro

17. Mai 2022

Von Caspar Schlenk

Mit der Offenlegung von Geschäftsergebnisse hat es Ratepay in der Vergangenheit nie eilig gehabt. Mal kamen die Zahlen des jeweiligen Vorjahres im November, mal im Dezember, mal im Oktober – und die 2019er-Zahlen wurden gar erst 2021 publiziert.

Umso erstaunlicher, dass der aktuelle Abschluss, soeben erst testiert, bereits Mitte Mai im Bundesanzeiger aufgeschlagen ist. Wobei: So erstaunlich ist es dann auch wieder nicht. Denn wie wir kürzlich gescoopt hatten, wäre der italienische Ratepay-Eigentümer Nexi einem Verkauf durchaus zugeneigt. Ein bisschen Werbung kann in so einem Fall sicherlich nicht schaden – und gute Reklame ist der frische Abschluss durchaus!

So kommt der “Buy now, pay later”-Spezialist, der Online-Händlern seine Dienste auf Whitelabel-Basis anbietet, auf Provisionserträge von 96,5 Mio. Euro – ein Anstieg von 71% zum Vorjahr. Und ebenfalls beeindruckend: Ratepay ist im Gegensatz zu etlichen anderen deutschen Fintechs merklich profitabel. Der Jahresüberschuss betrug 10,8 Mio. Euro, nach einem Verlust von 15,4 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Dabei profitierte Ratepay von einem doppelten Rückenwind: Zum einen wuchsen der Online-Handel; zum anderen wurde “BNPL” so richtig populärer.

Die Erträge verteilten sich wie folgt:

  • Händlergebühren: 61,1 Mio. Euro
  • Mahngebühren: 10 Mio. Euro
  • Transaktionsgebühren: 7,2 Mio. Euro
  • Ratenzahlungsgebühren: 14,5 Mio. Euro

Gerade das von 1,5 Mrd. auf 2,8 Mrd. Euro gestiegene Transaktionsvolumen unterstreicht die Traktion. Inwieweit sich die Entwicklung fortsetzt, bleibt allerdings abzuwarten. Vieles deutete zuletzt darauf hin, dass sich die Stimmung im Online-Handel dieses Jahr eintrübt. Im Prognosebericht schreibt Ratepay vor diesem Hintergrund:

2022 wird eine Steigerung des Bruttotransaktionsvolumens von etwas über 25% erwartet. Dank der Gewinnung neuer Händler erwartet die Gesellschaft die für 2022 geplante Migration eines signifikanten Kunden auf seine eigene Payment Plattform [Anm. der Red.: Dabei müsste es sich um Otto handeln] kompensieren zu können. Für das Geschäftsjahr 2022 werden des weiteren steigende Provisionserträge im unteren zweistelligen Prozentbereich erwartet sowie ein positives EBITDA im mittleren einstelligen Millionenbereich.”

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