Exklusiv

Aus 6 mach 3: Die nächsten Personal-Rochaden bei Concardis

11. Februar 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Beim ehemals bankeneigenen Zahlungsdienstleister Concardis schrumpft das zwischenzeitlich von drei auf sechs Köpfe angeschwollene C-Level wieder auf seine ursprüngliche Größe. Nachdem Finanz-Szene.de im September bereits exklusiv den Abgang von Vertriebschef Peter Walz vermeldet hatte, verlässt unseren Informationen zufolge auch Personalchef Alexander Libor das Unternehmen. Darüber hinaus wird wohl auch Technologiechefin Jana Brendel, die vor zwei Jahren von der Deutschen Bank nach Eschborn gewechselt war, dem Management der Concardis Payments Group GmbH in Zukunft nicht mehr angehören. Sie bleibt dem Unternehmen allerdings erhalten und wechselt in selber Funktion in die „Merchant Service“-Sparte der dänischen Mutter Nets.

Tatsächlich sind die personellen Veränderungen wohl auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass der nach Wirecard größte deutsche Zahlungsdienstleister mehr und mehr seine Eigenständigkeit verliert – und organisatorisch und personell allmählich in der Nets-Struktur aufzugehen scheint. Dazu passt auch, dass Concardis-CEO Robert Hoffmann in Personalunion als Chef besagter „Merchant Service“-Sparte von Nets fungiert. Und dazu passt ebenfalls, dass es für den scheidenden HR-Chef Libor zwar eine Nachfolgerin gibt – allerdings nicht auf Ebene der Concardis-Gruppe, sondern wiederum auf Ebene der „Merchant Service“-Sparte von Nets. Die Dame heißt Tanya Channing.

Der zwischenzeitlich sechsköpfigen Führung der Concardis Payments Group dagegen werden in Zukunft neben Hoffmann nur noch Finanzchef Carsten Höltkemeyer und COO Ralf Weber angehören. Und damit niemand sagen, wir hätten irgendwas vergessen: Auch in der eigentlich operativen Concardis GmbH (die unter der „Payments Group“ hängt) hat Hoffmann kürzlich ebenfalls die Geschäftsführung übernommen. Bislang fehlte ihm hierfür die erforderliche Bafin-Zulassung. Dafür musste Jana Brendel laut Handelsregister weichen.

Ende Januar hatte Finanz-Szene.de berichtet, dass bei Concardis rund 130 der momentan noch etwa 700 Stellen abgebaut werden sollen. Angeblich stehen die geplanten Streichungen in keinem Zusammenhang mit den enormen Verlusten, die der Zahlungsdienstleister zuletzt erlitten hatte. So kam die sogenannte „Eagle Germany GmbH“ – das ist eine öffentlich praktisch unbekannte Dachgesellschaft, unter der sämtliche Geschäfte der Concardis-Gruppe angesiedelt sind – allein 2018 auf einen Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von 125 Mio. Euro. Für 2019 wurde ein Verlust „im höheren zweistelligen Millionenbereich“ erwartet.

Der Concardis-Schock: Horrende Verluste und eine ominöse Pleite

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