Exklusiv

Holding-Struktur: Deutscher Sparkassenverlag wird umgebaut

3. März 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Der Deutsche Sparkassenverlag (DSV), der innerhalb der S-Finanzgruppe die zukunftsträchtigen Payment-Themen verantwortet, steht vor einem grundlegenden Umbau. Nach Informationen von Finanz-Szene.de soll der Verlag zu einer reinen Holding degradiert werden, unter deren Dach in Zukunft drei eigenständige Tochter-Unternehmen stärker zur Geltung kommen sollen. In der wichtigsten dieser drei Gesellschaften wollen die Sparkassen den Planungen zufolge das gesamte Payment-Geschäft bündeln. Ein DSV-Sprecher bestätigte das Vorhaben gestern Nachmittag auf Anfrage.

Hintergrund: Der DSV verwaltet den 48%-igen Sparkassen-Anteil an Payone, einem gemeinsam mit dem französischen Ingenico-Konzern betriebenen Acquiring-Joint-Venture. Darüber hinaus gehört zum Sparkassenverlag aber auch die S-Payment, die seit 2016 einen großen Teil des Zahlungsverkehrs-und Kartengeschäfts innerhalb der Sparkassen-Gruppe managt. Zuletzt war der S-Payment eine Schlüsselrolle bei der erfolgreichen und reibungslosen Einführung von Apple Pay zugekommen. Weitere DSV-Töchter aus dem Payment-Bereich sind der Zahlungslogistiker Girosolution, der Kreditkarten-Dienstleister Pluscard sowie die GIZS. Letzteres ist die Gesellschaft, über die die Sparkassen ihren Anteil am Online-Zahlungsdienstleister Paydirekt verwalten.

Die Sparkassen sind beim Ingenico-Deal die Gelackmeierten

Mit der Zusammenlegung dieser Aktivitäten wird die künftige Payment-Gesellschaft ohne Zweifel das neue Gravitationszentrum innerhalb des Sparkassenverlags. Die anderen anderen Unternehmen unter dem künftigen Holding-Dach soll aus den heutigen Kompetenzzentren „Management“ und „Communication“, hieß es in der schriftlichen Antwort des DSV-Sprechers. Unserem Verständnis nach dürfte unter „Communication“ vor allem das in Berlin ansässige Sparkassen-Finanzportal fallen. Dieses bezeichnet sich selbst als „Inhouse-Agentur der S-Finanzgruppe“ und ist unter anderem für den Internetauftritt und für Werbekampagnen des Sparkassen zuständig. Zur künftigen „Management“-Gesellschaft dürften vermutlich Einheiten wir die zentrale Einkaufsabteilung gehören (wobei wir uns hier nicht zu 100% sicher sind).

Hier noch das Statement des DSV im Original:

Um sich strategisch optimal auf die Marktherausforderungen der Zukunft auszurichten, plant der DSV, sich eine neue Unternehmensstruktur zu geben. Die Neuaufstellung erfolgt in Abstimmung mit unseren Gremien, dem DSV-Aufsichtsrat und der DSV-Gesellschafterversammlung.

„Das Zielbild ist eine moderne Konzernor­ganisa­tion. In der Konzernmutter DSV wird die Strategie, die Administration und der Vertrieb der DSV-Gruppe gebündelt. Im Sinne einer klaren Aufstellung in Richtung Markt sowie transparenter und logischer Zuständigkei­ten wandeln wir die drei operativen Geschäftsbereiche des DSV mit den jeweils zugehörigen Toch­terge­sell­schaften zu drei Kompetenzcentern um. Es ist geplant, dass diese künftig unter ihren jeweiligen Kompetenzmarken Payment, Management und Communication auftreten.“

https://finanz-szene.de/digital-banking/pleiten-pech-pannen-die-schwere-krise-der-sparkassen-it/

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