Fortschritte ja, Funding nein: Kein Durchbruch bei EPI-Gipfel

30. November 2021

Von Heinz-Roger Dohms

Das Gipfeltreffen der 32 an der „European Payments Initiative“ beteiligten Banken und Zahlungsdienstleister hat am Montagabend zu keinem Durchbruch geführt – so zumindest besagen es Informationen von Finanz-Szene.de. Zwar seien prozessuale Fortschritte auf dem Weg zur finalen EPI-Gesellschaft erzielt worden, hieß es in Finanzkreisen. Konkrete Funding-Zusagen aber wurden noch keine gemacht. Stattdessen hätten sich die Teilnehmer darauf verständigt, dass erst einmal „jeder Shareholder seinen eigenen internen Entscheidungsprozess abschließt“.

Eine offizielle Stellungnahme lag bis 5:30 Uhr heute Früh nicht vor; Beteiligte wollten aber nicht ausschließen, dass aus dem Kreis des EPI-Konsortiums im Laufe des Vormittags noch ein Statement veröffentlicht wird. Vieles deutet darauf hin, dass es weiterhin die spanischen Banken sein könnten, die sich mit einer Finanzierungszusage schwertun (zu den Gründen siehe hier). Dagegen sollen die deutschen Banken mittlerweile unisono hinter dem Vorhaben stehen. So hatte tagsüber bereits eine Abstimmung innerhalb des Genosektors stattgefunden – dem Vernehmen nach mit positivem Ausgang. Die Deutsche Bank wiederum hatte sich zuletzt bereits öffentlich zu einer Finanzierung bekannt, die Sparkassen sind sowieso dabei, laut „Handelsblatt“ gilt dasselbe für die Commerzbank – und angeblich will sich auch die HVB beteiligen (die dem EPI-Konsortium offiziell als „Unicredit“ angehört).

Als denkbar gilt weiterhin, dass die deutschen und die französischen Banken das europäische Payment-Scheme auch ohne Unterstützung aus den beiden großen südeuropäischen Staaten anstoßen. Die Schlagkraft einer solchen Initiative stünde allerdings infrage. Denn ohne die 15 spanischen Institute würde das EPI-Konsortium auf nur mehr 15 Banken und zwei Payment Service Provider schrumpfen – während aus Italien außer der Unicredit ohnehin kein Geldhaus im Konsortium vertreten ist. Ein weiteres, dann wohl endgültig entscheidendes Treffen soll in jedem Fall noch vor Weihnachten anberaumt werden. Laut letzten Schätzungen braucht EPI ein initiales Funding von rund 1,5 Mrd. Euro.

Das große FAQ zum deutsch-europäischen Payment-Drama

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