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Kreditkarten-Startup Moss bekommt Bafin-Lizenz. Und weitere Fintech-News

Exklusiv: Kreditkarten-Fintech Moss bekommt Bafin-Lizenz

Unabhängigkeit ist für Fintechs hierzulande ein hochaktuelles Thema – in Zeiten, da Investments und Partnerschaften deutlich akribischer geprüft werden, lässt es sich als Finanz-Startup gut an, wenn man doch zumindest ein bisschen Herr im eigenen Hause ist. Ein wichtiger Meilenstein dabei: das Gütesiegel einer Banken-Aufsichtsbehörde. Dass gerade die Bafin damit in der Post-Wirecard-Ära eher sparsam umgeht, hatten wir schon verschiedentlich berichtet (siehe etwa hier); bei dem Berliner Firmenkreditkarten-Fintech Moss (das Anfang des Jahres 75 Mio. Euro Finanzierung bekam) hat es nun laut Finanz-Szene-Recherchen geklappt. Wie dem Bafin-Unternehmensregister zu entnehmen ist und Moss-CEO Ante Spittler auf Anfrage bestätigt, verfügt das Unternehmen seit Ende Juni über eine sogenannte E-Geld-Lizenz.

Mit der Lizenz könnte Moss beispielsweise selbst das “Issuing” von Kreditkarten übernehmen, das aktuell über den maltesischen Dienstleister Transact Payment läuft. Auch Kurzzeitkredite dürfte das Unternehmen im Rahmen einer erweiterten E-Geld-Lizenz selbst anbieten, das Kreditgeschäft läuft derzeit über die Raisin Bank. Von Moss heißt es lediglich: “Vor dem Hintergrund der Lizenz werden wir schrittweise Teile von regulierten Aktivitäten selbst ausüben.”

Die Berliner wären nicht das erste Fintech, das sich auf diese Weise emanzipieren will. Erst Ende August hatte die Berliner Neobank Vivid Money den Erwerb ihrer Investment-Lizenz in Holland verkündet (siehe hier). Und auch der Moss-Konkurrent Pliant hat mittlerweile eine E-Geld-Lizenz beantragt – bei einer nicht genannten europäischen Aufsicht (wobei in dem Fall einiges für Finnland spricht, siehe hier).

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Wie war das jetzt mit den 4,35 Mio. Euro für Fulfin?

Als wir kürzlich die 4,35-Mio.-Euro-Runde für das Münchner Finanzierungs-Fintech Fulfin vermeldeten, merkten wir – dauerkrittelnd wie immer – an, dass sich naheliegende Fragen zum Funding zunächst nicht hatten klären lassen. Etwa: Ist das alles Eigenkapital? Oder: Ist das wirklich alles frisches Geld? Mit etwas Verspätung lässt sich die Sache nun (basierend auf einem gestern geführten Telefonat mit Co-Founder Alfred Gruber) klären. Also: Ja, die 4,35 Mio. Euro sind komplett Equity. Hiervon ist 1 Mio. Euro sozusagen frischfrischfrisch, während es sich bei den weiteren 3,35 Mio. Euro um gewandelte Wandeldarlehen handelt. Die Fulfin seit der Gründung 2021 alles in allem zur Verfügung gestellten Mittel belaufen sich Gruber zufolge auf 12,5 Mio. Euro. Hierin sind, wenn wir es richtig verstanden haben, folgende Blöcke enthalten: 1.) die 4,35 Mio. Euro; 2.) die seinerzeit nicht spezifizierte Seed-Runde aus 2019; 3.) noch nicht gewandelte Darlehen sowie 4.) eine Fazilität, die von der Varengold Bank gestellt wird und mit der Fulfin sein Geschäft betreibt, nämlich Working-Capital-Finanzierungen für Unternehmen.

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Weitere Fintech-Schnipsel im Überblick:

  • Der britische N26-Herausforderer Revolut startet dieser Tage ein neues Payment-Feature – und zwar eine Click-to-Pay-Funktion, mit der Händler Revolut als Zahlungsmethode beim Check-Out angeben können. FFwd
  • Das Berliner Fintech Raisin (“Weltsparen”) zählt nun auch die zweitgrößte kommunale Sparkasse zu seinen Kunden, nämlich die Sparkasse KölnBonn mit mehr als 500.000 privaten Girokonten.
  • Die auf Konsumkredite spezialisierte SWK Bank veröffentlicht ein paar Zahlen zu ihrer Schweizer Fintech-Tochter Good Finance: Das 2018 gestartete Unternehmen habe bei den seitdem ausgegebenen Konsumenten-Krediten kürzlich das Volumen von 250 Mio. Franken übertroffen.*
  • Das hochgefundete Berliner Fintech Upvest, das anderen Finanz-Startups eine Trading-Infrastruktur anbietet, hat einen Partner für seine Verwahrstellen-Lösung gefunden – nämlich die BNP Paribas Securities Services.

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*In der Ursprungsfassung hatten wir in der SWK-Bank-Meldung an zwei Stellen Unternehmensdaten mit Gesamtmarktdaten vermischt. Wir haben die entsprechenden Stellen bearbeitet und bitten den Fehler zu entschuldigen. 

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