Exklusiv

Payone übt schonungslose Selbstkritik – während die KPIs nach unten zeigen

„Payment-Deals scheitern selten am Konzept. Sie scheitern an der Integration – und daran, wie sehr deren Komplexität unterschätzt wird“, hieß es in unserem gestrigen Partner-Blog. Nun wurde der Beitrag zwar aus Anlass des sich anbahnenden Groß-Mergers zwischen den US-Konzernen Stripe und Paypal verfasst. Allerdings gibt es auch in Europa (und ganz konkret in Deutschland) reichlich Anschauungsmaterial, wie schwierig es ist, Zahlungsdienstleister mit ihren unterschiedlichen technischen Plattformen zusammenzufügen.

Dazu muss man noch einmal daran erinnern, dass sich in Kontinentaleuropa im Zuge etlicher M&A-Transaktionen zwei imposante grenzüberschreitende Payment-Konglomerate herausgebildet haben. Zum einen Nexi/Nets (inklusive Ex-Concardis, Computop, Ratepay und Orderbird hierzulande). Zum anderen Worldline (inklusive der Mehrheitsbeteiligung am Frankfurter Sparkassen-Acquirer Payone). Um festzustellen, dass sich solche Player offenbar nicht leicht tun, ihre zusammengekaufte Größe in operative Schlagkraft zu übertragen, genügt ein Blick auf die Aktienkursentwicklung. So notiert die Nexi-Aktie auf Fünfjahres-Sicht mit 75% im Minus, während Worldline (–98%) gar zu so etwas wie einem Beinahe-Penny-Stock verkommen ist.

Nun handelt es sich bei Nexi zwar um einen italienischen, bei Worldline um einen französischen Konzern. Probleme bei der Post-Merger-Integration von Zahlungsdienstleistern sind aber nicht zuletzt auch ein deutsches Phänomen. Es zeigt sich geradezu phänotypisch bei Unzer (siehe unser Themen-Dossier hier). Es zeigt sich aber ebenso bei Payone, und da in gewisser Hinsicht sogar zweifach. Schließlich wurde Payone ja nicht nur in Worldline hineinkonsolidiert. Sondern musste parallel auch eigene Zukäufe verdauen.

Und dabei ist offenbar einiges schiefgelaufen.

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