Exklusiv

Sparkassen-Acquirer schließt Standorte Hamburg und Bochum

16. Juni 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Die Historie des eigentlich in Kiel, inzwischen allerdings in Frankfurt ansässigen Zahlungsdienstleisters Payone ist so verwirrend, dass wir sie nochmal kurz rekurrieren wollen:

Gegründet wurde das Unternehmen 2000 als klassisches Startup – frei, unabhängig, ein Ur-Fintech im besten Sinne. Dann allerdings folgte 2015 die mehrheitliche Übernahme durch den Deutschen Sparkassenverlag. Dieser verschmolz die auf Online-Zahlungen spezialisierte Payone mit seinem Point-of-Sale-Acquirer „B+S Card Service“ – woraus die „BS Payone“ wurde. Die wiederum fusionierte Anfang 2019 mit der einstigen Easycash, hinter der der französische Payment-Konzern Ingenico stand (der aktuell vom Konkurrenten Worldline übernommen werden soll, aber das würde jetzt zu weit führen …). So wurde aus „BS Payone“ und „Ex-Easycash“ letztlich die neue „Payone“, und zwar als 48:52-Joint-Venture von deutschen Sparkassen und französischer Ingenico.

Äh, und warum erzählen wir Ihnen das alles heute Früh? Weil irgendwie klar war, dass die Fusionsorgie irgendwann mal zu Einschnitten bei Standorten und Mitarbeitern führen würde. Nun ist es nach exklusiven Finanz-Szene.de-Informationen so weit:

Wie wir nämlich aus Branchenkreisen erfahren haben, plant Payone die Schließung seiner beiden Standorte in Bochum und Hamburg. In Bochum befindet sich, wenn wir richtig informiert sind, die Customer-Service-Einheit. Dagegen gilt der Standort Hamburg als deutlich fragmentierter: Hier sitzen IT-Kräfte ebenso wie Vertrieb, HR, Legal und ebenfalls Customer Service. Die Mitarbeiterzahl geben Kenner für beide Städte mit jeweils knapp 50 an.

Auf unsere Anfrage hin betonte eine Payone-Sprecherin, dass nach sozialverträglichen Lösungen gesucht werde. Die Stellungnahme des Unternehmens lautete wie folgt:

„Payone will seinen Wachstumskurs weiter fortsetzen. Um dies nachhal­tig sicherzustellen und das Unternehmen fokussiert auf künftige Her­ausforderungen auszurichten, plant Payone die Verdichtung seines Standortnetzes mit dem Ziel schlanker und effizienter Strukturen. So sollen, vorbehaltlich der laufenden Dialoge mit den Arbeitnehmerver­tretungen, die bisherigen Payone-Niederlassungen Bochum und Ham­burg zum Ende dieses Jahres mit dem bestehenden Standortnetz zusammengeführt werden. Diese Lösung folgt den Anstrengungen der vergangenen Monate, Stan­dardabläufe weiter zu vereinfachen, Effizienzen nochmals zu steigern und intensiv in Digitalisierung zu investieren. Für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Standorte Bochum und Hamburg werden wir in den kommenden Verhandlungen Sorge tragen, faire und sozialverträgliche Lösungen zu finden.“

Beide Gründer verlassen den Sparkassen-Acquirer Payone

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