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Sparkassen geben EPI letzte Chance – bis Oktober

Die hiesigen Sparkassen haben den Glauben an das EPI-Projekt noch nicht verloren – wollen aber nach Informationen von Finanz-Szene bis spätestens Ende Oktober auch Fortschritte im Projekt sehen und sich andernfalls ebenfalls verabschieden. Zur Erinnerung: die “große” EPI-Lösung ist ja schon tot, nachdem unter anderem die DZ Bank und die Commerzbank aus der “European Payments Initiative” ausgeschieden sind, siehe unser großes Themen-Dossier). Der harte Kern der deutschen Befürworter der European Payments Initiative (EPI) reduzierte sich daher auf zwei Institute bzw. Gruppen: die Deutsche Bank – und die Sparkassen.

Im Sparkassenlager macht man sich tatsächlich Hoffnung, dass es mit einer “kleinen” EPI-Lösung etwas geben könnte: Derzeit liefen die Verhandlungen “zu einer möglichen Übernahme bestehender mobiler Zahlverfahren europäischer Anbieter”, die EPI zu einem “schnelleren Rollout” verhelfen könnten und “mehr Zahlungsvolumen und Transaktionen auf die Plattform bringen” und “die Erfolgswahrscheinlichkeit insgesamt  erhöhen” sollte. So steht es in einem Finanz-Szene vorliegenden Protokoll der DSGV-Vorstandssitzung Ende Juni – was dem Umstand Rechnung trägt, dass es in vielen Ländern bereits sehr gut etablierte Zahlverfahren gibt, die künftig wechselseitig zueinander kompatibel sein könnten.

Laut Protokoll ziehen die Sparkassen bei der Wandlung der EPI-Interimsgesellschaft in die EPI-Zielgesellschaft laut Gesamtvorstands-Empfehlung und Mitgliederbeschluss auch mit. Allzu viel Zeit wollen die Sparkassen-Oberen dem Projekt gleichwohl nicht mehr geben. Die Entscheidung, ob sich die S-Finanzgruppe langfristig an EPI beteiligt, sei “spätestens Ende Oktober zu fällen”, heißt es in dem Dokument. Sollten die notwendigen Rahmenbedingungen nicht gegeben sein, “besteht die Möglichkeit der Exit-Option”.

Der DSGV wollte auf Nachfrage zu dieser Frist keine Stellung nehmen und erklärte lediglich, der DSGV-Gesamtvorstand habe sich “für die Beteiligung der Sparkassen-Finanzgruppe an der EPI-Zielgesellschaft zur Umsetzung von EPI 2.0 ausgesprochen” und sei weiter optimistisch für das Projekt.

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