Volksbanken ziehen sich aus European Payments Initiative zurück

22. Februar 2022

Von Heinz-Roger Dohms

Ist das der Sargnagel für EPI? Laut Informationen von Finanz-Szene.de werden sich nach der Commerzbank auch die Volks- und Raiffeisenbanken aus der European Payments Initiative zurückziehen. Die Genossen galten zuletzt bereits als deutlicher Wackelkandidat – hatten aber (im Gegensatz zur Coba) vor einer offiziellen Positionierung noch zurückgeschreckt.

Das lag auch daran, dass die deutlichsten EPI-Befürworter hierzulande, nämlich die Sparkassen und die Deutsche Bank, bis zuletzt versucht hatten, die Genobanken doch noch in ihr Lager zu ziehen. Vergeblich, wie an diesem Dienstag in Finanzkreisen verlautete. Angesichts ihrer rund 30 Millionen Kunden galt die Zustimmung der Volks- und Raiffeisenbanken als kritisch für das Projekt. So hatte ein Insider Mitte Januar gemeint, ohne die Commerzbank lasse sich das europäische Payment-Scheme möglicherweise umsetzen – ohne die Genossen aber kaum.

Da, wie zunächst die “BÖZ” berichtete und zwei Quellen bestätigten, auch die HVB bei EPI raus ist, werden dem Projekt in Finanzkreisen kaum noch Chancen eingeräumt.

Der genossenschaftliche Bankenverband BVR teilte gestern Abend mit:

“Die Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken hat das Vorhaben der European Payment Initiative (EPI) zur Schaffung eines europaweit einheitlichen Bezahlverfahrens mit entsprechender Infrastruktur von Beginn an unterstützt. Nach dem Ausscheiden verschiedener Gesellschafter der EPI Interim Gesellschaft hat die genossenschaftliche FinanzGruppe in den letzten Monaten zudem intensiv daran mitgewirkt, eine Lösung zu finden, die die Kundeninteressen und funktionale Mehrwerte mit einem hohen Verbreitungsniveau in Einklang bringen und den beteiligten Banken ein betriebswirtschaftlich tragfähiges Lösungsangebot ermöglichen sollte.

DZ Bank und BVR haben zum Abschluss der im Kreis der deutschen EPI-Stakeholder geführten Gespräche am Dienstag erklärt, dass auf der Basis des am 21. Februar 2022 hierzu zuletzt vorgelegten Vorschlags der EPI Interim Company eine Teilnahme der DZ Bank für die genossenschaftliche FinanzGruppe nicht möglich ist.

Die Zusammenarbeit aller Beteiligten im Projekt war intensiv, vertrauensvoll und wertschätzend. Es wurde fachlich hart gearbeitet und um den besten Lösungsansatz für eine nächste gemeinsame Etappe gerungen. Im Ergebnis wurde gleichwohl keine gemeinsame Basis gefunden.”

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