Kurz gebloggt

Warum der Geno-Rückzug das Aus für EPI bedeuten dürfte

22. Februar 2022

Von Heinz-Roger Dohms

Ende September, Anfang Oktober sah es für ein paar Wochen so aus, als würde das mit der European Payments Initiative tatsächlich was werden. Zunächst waren die Sparkassen vorgeprescht, hatten 150 Mio. Euro für das Prestige-Projekt freigegeben. Kurz darauf bekannte sich die Commerzbank offiziell zu EPI, wenigstens halboffiziell taten es auch die Genossen – und aus der Deutschen Bank drang das Signal: An ihr werden die Pläne für ein europäisches Payment-Scheme ganz gewiss nicht scheitern. Und dann??? Was danach passierte, ist einerseits (siehe unsere Linkliste weiter unten) ziemlich gut dokumentiert.

Andererseits: Warum passierte, was passierte – das ist bis heute nicht ganz klar. Wieso wurde ausgerechnet die Commerzbank zum Wackelkandidaten? Durfte man bei der Coba (Hauptaktionär: Bund) nicht davon ausgehen, dass sie sich allein schon aus politischen Gründen hinter EPI stellen würde? Und weshalb bremsten die Genossen? Und wer eigentlich genau? Eher die Payment-Jungs im DZ-Bank-Management – oder eher die paydirekt-geschädigten Volksbank-Vorstände draußen in der Provinz?

Vermutlich war der harte Kern der EPI-Befürworter (die Franzosen, die Belgier, die Sparkassen, die Deutsche Bank) letztlich zu klein. Vielleicht fehlte aber bei den Wankenden auch einfach nur der Wagemut. Die Genossen (die gestern Abend ihren Austritt aus EPI verkündet haben, siehe hier unsere News), so jedenfalls wird es kolportiert, hätten sich am Ende nicht nur wegen der fehlenden Zusagen aus anderen Ländern schwergetan. Sondern auch mit der Aussicht, wegen EPI bald die Girocard aufgeben zu müssen. Wenn es wirklich so gewesen ist, wäre das durchaus eine Pointe: Die European Payments Initiative – gescheitert an der Girocard.

Link-Liste mit Hintergründen zum drohenden EPI-Aus:

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing