Wegen KPMG-Prüfung: Wirecard-Abschluss kommt später

12. März 2020

Von Christian Kirchner

Der Zahlungsdienstleister Wirecard hat die Veröffentlichung seines Jahresabschlusses um drei Wochen verschoben. Ursprünglich geplant war, am 8. April die Bilanz vorzulegen, nun ist der 30. April vorgesehen. Grund sei, dass die gegenwärtige Sonderprüfung durch KPMG noch andauere und erst spätestens zum 22. April abgeschlossen sei. „Die umfassende Einsichtnahme in relevante Unterlagen auch externer Gesellschaften sowie Corona-Virus bedingte Reiserestriktionen machen den verlängerten Zeitrahmen erforderlich“, heißt es in einer am späten Donnerstag veröffentlichten Ad-hoc-Nachricht. Man wolle aber „die Sonderprüfung für die Erstellung und Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2019 fachgerecht berücksichtigen“ und verlege daher die Veröffentlichung komplett um drei Wochen.

Zugleich teilte Wirecard aber auch ein Zwischenergebnis der laufenden Vorgänge mit: KPMG hat Wirecard demnach darüber informiert, dass die Sonderuntersuchung in Bezug auf die Geschäfte in Indien und Singapur sowie die Geschäftsbereiche Merchant Cash Advance (MCA)  und Digital Lending „weitestgehend“ abgeschlossen sei. „Diese Teile des Audits haben in diesen Untersuchungsgebieten aus heutiger Sicht keine substanziellen Feststellungen ergeben, die zu Korrekturbedarf für die Jahresabschlüsse im Untersuchungszeitraum 2016, 2017 und 2018 führen würden“, heißt es in der Mitteilung. Unerwähnt bleiben indes die Geschäfte, die Wirecard in Dubai betreibt und im Zentrum zahlreicher Vorwürfe insbesondere der „FT“ stehen (Zusammenfassung hier).

Die Wirecard-Aktie gehörte am Donnerstag vor Veröffentlichung der Ad-hoc zu den größten Tagesverlierern im Dax und büßte 18% auf 86,58 Euro ein, das ist der tiefste Stand der Wirecard-Aktie seit Herbst 2017 (wobei man zur Einordnung hinzufügen muss, dass der Dax gestern auch insgesamt einen der größten Tagesverluste seiner Geschichte erlebte). Vorläufige Zahlen für das Gesamtjahr 2019 hatte der Konzern bereits Ende Januar veröffentlicht.

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