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Wirecard-Bank-Vorstand geht zu Worldline. Plus: weitere Persos

12. Mai 2022

Von Georgia Hädicke und Heinz-Roger Dohms

Exklusiv: Letzter Vorstand der Wirecard Bank geht zu Worldline

Spektakulärer Wechsel innerhalb der deutschen Payment-Szene: Nach exklusiven Informationen von Finanz-Szene.de wechselt Jörg Brand, der sich als letzter verbliebener Alt-Vorstand zurzeit noch um die Abwicklung der früheren Wirecard Bank kümmert, zum französischen Milliardenkonzern Worldline – hierzulande unter anderem als Hauptgesellschafter des gemeinsam mit den Sparkassen betriebenen Frankfurter “Payment Service Providers” Payone bekannt. Wie unsere Quellen sagen, soll sich Brand bei Worldline allerdings nicht um das Händlergeschäft kümmern (also nicht um das, was Payone macht), sondern den “Financial Services”-Bereich vorantreiben.

Dazu gehören nach unserem Verständnis das Issuing Processing für kartenausgebende Banken, das Acquiring Processing (vermutlich als Abwickler für Payone selbst) sowie komplette Backoffice-Dienste für Banken. Zur Erinnerung: 2018 hatten zunächst die Commerzbank und zwei Jahre später dann die Hypo-Vereinsbank bekanntgegeben, ihren Zahlungsverkehr künftig von der Worldline-Sparte “Equens Worldline” abwickeln zu lassen. Auch diese Kooperationen müssten, wenn wie wir es richtig verstehen, somit künftig in den Zuständigkeitsbereich Brands fallen. Der ausgewiesene Payment-Experte war von 2014 bis 2020 Deutschland-Chef von First Data. Im Mai 2020 zog er in den Vorstand der Wirecard Bank ein – kurz bevor der Gesamtkonzern zusammenbrach. Da Brand mit dem eigentlichen Skandal nichts zu tun hatte, vertraute ihm Insolvenzverwalter Michael Jaffé die Abwicklung der mittlerweile in “WDB” umbenannten Wirecard Bank an, gemeinsam mit dem Restrukturierungs-Experten Frank Hellwig.

Worldline wollte sich zu unseren Informationen gestern nicht äußern.


Weitere Personalien aus der Banken- und Fintech-Branche

  • Die hinter der Frankfurter Privatbank Merck Finck stehende Quintet Private Bank holt Chris Allen als Group CEO von der HSBC in London, wo dieser zuletzt als “Head of Global Private Banking, EMEA” amtierte. Er löst den Dänen Jakob Stott ab, der das Institut verlässt.
  • Management-Wechsel auch bei den LBBW-Töchtern SüdlLeasing und SüdFactoring: Ab Juli rückt Guido Feldhaus als neuer Sprecher der Geschäftsführung auf. Er verantwortet als Mitglied der Geschäftsführung bereits die Bereiche Finanzen, Controlling, Regulatory & Data Governance und IT. Sein Vorgänger Stefan Lechner geht Ende Juni in den Ruhestand.
  • Die französische Großbank BNP Paribas holt den Ex-Commerzbanker David Schnautz als Vertriebschef für den deutschsprachigen Markt ihrer Fonds-Sparte Theam Quant Fund nach Frankfurt. Zwischen Coba und BNP war Schnautz beim ETF-Schwergewicht Blackrock und zuletzt beim Investment Manager Tabula in London.
  • Der langjährige Deutschbanker Matthias von Tiesenhausen hat seinem Linkedin-Profil zufolge bei der in Frankfurt ansässigen UBS Europe SE angeheuert – und zwar als “Head of Central Financial Crime Prevention EMEA”.
  • Christoph Wontke, der zuletzt der Portfolio-Management bei der Privatbank Donner & Reuschel leitete, wird laut “Private Banking Magazin” neuer Investmentchef bei Engel & Völkers Smart Money, also dem bank-ähnlichen neuen Player des gleichnamigen Hamburger Immobilienmakler, siehe auch in unserem Archiv -> Engel & Völkers steigt mit Solarisbank-Hilfe ins Bankgeschäft ein.
  • Und noch ein Abgang bei Donner & Reuschel: Melanie Fulczyk, die bei dem Hamburger (und Münchener) Geldinstitut zur als Direktorin für den Vermögensverwalter-Hub tätig war, hat bei der “Gerhard Friedenberger Vermögensverwaltung” angeheuert. PBM
  • Die im Private Banking zuletzt sehr umtriebige Hypo Vereinsbank verliert ihren Leiter Private Banking Matthias Böhmer ans Asset und Wealth Management der LBBW. Wie die Stuttgarter Landesbank mitteilte, leitet Böhmer seit Anfang April leitet das WM-Team der Tochter BW Bank in München. Mit Stephan Stegmayer kommt noch ein weiterer Ex-HVB-Privatbanker hinzu.
  • Das Münchener AML-Fintech* Hawk AI (das letztes Jahr N26 den DACH-Chef Georg Hauer abgejagt hatte, siehe hier) schafft die Stelle eines “General Manager” für den US-Markt – und besetzt sie mit einem gewissen Steve Liu, der vom Technologie-Unternehmen Feedzai kommt.
  • Der Berliner BNPL-Spezialist Billie hat als “Lead Product Manager” Robin van Aar verpflichtet, zuletzt “Head of Product” bei Lendico, also dem KMU-Finanzierer der ING Deutschland.
  • Von der Umfirmierung der Commerzbank Venture-Tochter “Main Incubator” zu “Neosfer” hatten wir ja unlängst in unserem Newsletter berichtet – seit Anfang Mai hat das Konstrukt einen weiteren Investment Manager: Nicolai Bastian kommt von PE-Spezialisten Heliad und war davor u.a. auch für die Fintech-Schmiede Finlab tätig.

*In der Ursprungsfassung hatten wir Hawk AI etwas ungenau als “KYC-Fintech” bezeichnet. Tatsächlich sind die Münchner auf Lösungen zur Geldwäsche-Bekämpfung spezialisiert, also “Anti-Money Laundering” (AML).  

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