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Zukunftssichere Technologien für den Zahlungsverkehr

23. Dezember 2021

Von Anders la Cour*

Im Jahr 2020 erforderte die unvorhersehbare globale Pandemie von heute auf morgen die digitale Transformation. Plötzlich standen in vielen Firmen die Chief Information Officers (CIOs) und Chief Technology Officers (CTOs) im Mittelpunkt. Sie waren dafür verantwortlich, die Unternehmen zu modernisieren und sie online respektive in die Cloud zu bringen, um ihre Kunden weiter effektiv zu bedienen.

Insbesondere in der Finanzdienstleistungsbranche, die den Grundstein für den globalen Handel legt, war eine Beschleunigung der Digitalisierungspläne unabdingbar. Denn nur so ließ sich das während der Pandemie erforderliche neue Remote-Arbeiten unterstützen. Nachdem viele Unternehmen erfolgreich neue Technologien und Systeme implementiert haben, suchen sie nun nach dem richtigen Weg, um sich positiv und gewinnbringend weiterzuentwickeln. Das Kundenerlebnis steht dabei klar im Vordergrund.

CIOs und CTOs klagen über viele Hindernisse, so eine Umfrage

Die Rolle des CIO und CTO ist dabei von entscheidender Bedeutung. Aus diesem Grund hat Banking Circle im Juli 2021 rund 600 dieser Fachleute bei Banken, Fintechs und Zahlungsverkehrsunternehmen in Großbritannien, der DACH-Region und den Benelux-Ländern gefragt: Wie meistern sie die aktuellen Herausforderungen?

Die Untersuchung ergab, dass es für CIOs oder CTOs deutlich stressfreier wäre, wenn sie als fachkundige Experten die notwendigen Veränderungen und Technologien einfach, schnell sowie kostengünstig selbst umsetzen könnten. Stattdessen hält sie eine Menge interner und externer Hindernisse davon ab, ihre Ziele zu erreichen.

Fintechs sehen ihre Systeme besser gerüstet als Banken

Angesichts der aktuellen globalen Unsicherheit ist nur ein Drittel der von Banking Circle befragten CIOs aus dem Payment- und Bankensektor „sehr zuversichtlich“, dass ihre Unternehmen in Bezug auf die Prüfung und Beschaffung neuer Systeme für die Zukunft gerüstet sind. Noch geringer ist ihr Vertrauen auf Gebieten wie der Künstlichen Intelligenz und dem maschinellen Lernen, der Datensicherheit, der Migration neuer Systeme sowie Schulungen. In allen Verantwortungsbereichen sind jedoch mehr CIOs „ziemlich“ oder „sehr“ zuversichtlich als „überhaupt nicht“ oder „nicht sehr“ zuversichtlich.

Das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit ihrer Unternehmen ist bei CIOs von Payment-Service-Providern (PSPs) und Fintechs im Allgemeinen etwas größer als bei denjenigen, die für Banken arbeiten. Dies ist vielleicht ein Spiegel der innovativen Grundlagen von PSPs und Fintechs im Vergleich zu den veraltetenTechnologien, mit denen Bankmitarbeiter häufig zu tun haben. Das wird auch dadurch unterstrichen, dass nur ein Viertel der Verantwortlichen bei Banken angab, sie seien „sehr zuversichtlich“ in Bezug auf die Wartung bestehender Systeme, verglichen mit 37% bei Fintechs.

In Deutschland sind 35% der CIOs und CTOs „sehr zuversichtlich“, wenn es um die Wartung bestehender Systeme geht. Diese Angaben liegen nur geringfügig über dem Durchschnitt aller befragten Regionen (32%). Die deutschen CIOs und CTOs sind jedoch weniger zuversichtlich als ihre Kollegen in Österreich (47%), dafür aber deutlich zuversichtlicher als Schweizer IT-Leiter (25%).

Investitionen sollen das Kundenerlebnis verbessern

Auf die Frage, wie sich die Investitionspläne seit dem Beginn der Pandemie verändert haben, bestätigten die Befragten, dass die geplanten Investitionen in allen Zuständigkeitsbereichen gestiegen sind. Die wichtigsten Faktoren für höhere Investitionen sind die Notwendigkeit, ein besseres Kundenerlebnis zu bieten und im Wettbewerb zu bestehen. Deutsche CIOs und CTOs sind besonders von kundenorientierten Vorteilen angetrieben, wobei die Verbesserung der Markteinführungsgeschwindigkeit (35%), die Reaktion auf die Kundennachfrage (34%) und die Verbesserung der Kundenbindung (30%) zu den wichtigsten Zielen gehören.

Insgesamt stehen Investitionen eindeutig im Mittelpunkt. Die Finanzinstitutionen möchten so sicherstellen, dass sie für die Zukunft gerüstet sind.

Obwohl die CIOs und CTOs im Allgemeinen optimistisch in die Zukunft blicken, sind sie weniger zuversichtlich, dass ihre Unternehmen auf die bevorstehenden Herausforderungen bei der Personalbeschaffung vorbereitet ist. Dies ist vor allem deshalb besorgniserregend, weil 60% der Befragten ihr IT-Team im kommenden Jahr vergrößern möchten.

Deutsche Firmen arbeiten seltener mit externen IT-Partnern

Um die Herausforderungen zu bewältigen, verteilen Banken und Fintechs ihre Budgets auf eine Reihe von Technologien und verwenden dabei eine Mischung aus selbst entwickelten und externen Lösungen. Zwei Drittel der Banken und Fintechs beabsichtigen, Zahlungstechnologien intern zu entwickeln, ebenso viele wollen sie kaufen. Eine ähnliche Zahl (65%) plant Outsourcing oder Partnerschaften.

PSPs und Fintechs wollen zu 70% eher eigene Lösungen entwickeln. Fintechs arbeiten etwas häufiger mit externen Partnern zusammen als Banken (66% gegenüber 64%). Deutsche CIOs und CTOs entscheiden sich weniger für die Zusammenarbeit mit externen Partnern (48%) als ihre Kollegen in Österreich (83%) und der Schweiz (63%).

Sorgen macht die Rekrutierung neuer Mitarbeiter

CTO oder CIO zu sein, ist keine leichte Aufgabe: Die IT-Verantwortlichen stehen heute vor einer Vielzahl von Herausforderungen und müssen oft abwägen. Im Durchschnitt aller von uns untersuchten Märkte gaben 72% der Befragten an, dass mindestens ein Aspekt ihrer Rolle sie nachts wach hält. In Deutschland sind das sogar 85%. Die deutschen CTOs und CIOs machen sich vor allem Sorgen um die Qualifikationen in ihrem Unternehmen, wobei die Neueinstellung von Personal (19%) und die Qualifikation der Mitarbeiter (17%) zu ihren größten Bedenken zählen.

Die neue Bedeutung und Verantwortung der CIO- und CTO-Rolle lastet schwer auf ihren Schultern. Diese Verantwortung muss jedoch nicht ausschließlich auf dem internen Team liegen. Die Zusammenarbeit mit externen Anbietern kann die Belastung verringern und Aufgaben verteilen.

Viele Finanzinstitute haben erkannt, dass Partnerschaften mit kompetenten externen Anbietern dazu beitragen, Probleme zu lösen, ohne dass erhebliche Investitionen in eine interne Umstrukturierung erforderlich sind. Durch die Zusammenarbeit mit externen Anbietern wie Banking Circle kann die Digitalisierung viel schneller erreicht werden – und ohne die Notwendigkeit, ein neues Team oder eine neue Infrastruktur aufzubauen. Dies hilft Unternehmen, wettbewerbsfähig zu bleiben, und verringert zugleich die Belastung einer einzelnen Person oder eines einzelnen Teams.


* Anders la Cour ist Chief Executive Officer der Banking Circle Group, einem „Premium-Partnern“ von Finanz-Szene.de. Mehr zum Partner-Modell erfahren Sie hier. Für weitere Ergebnisse der zitierten Umfrage können Sie dieses Whitepaper herunterladen.

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