Exklusiv: Savedroid-Token erlebt in erster Handelswoche ein Debakel

Von Thomas Borgwerth und Heinz-Roger Dohms

Der Token des Frankfurter Krypto-Fintechs Savedroid ist nach seinem (öffentlich unbeachteten) Start an diversen Krypto-Börsen vergangene Woche regelrecht eingebrochen. Wie „Finanz-Szene.de“ entdeckt hat, ging es für den Savedroid-Token am ersten Handelstag gleich um 85% nach unten (das war der Montag letzter Woche). Bis zum gestrigen Dienstag war keinerlei Erholung in Sicht. Im Gegenteil: Die Krypto-Aktie notierte am Nachmittag bei umgerechnet nur noch 0,12 Eurocent. Damit summierten sich die Verluste für die Anleger schon auf 88%.

Der Savedroid-ICO droht damit endgültig zum Desaster für die deutsche Fintech- und Krypto-Szene zu werden. Dabei galt das junge Unternehmen vor wenigen Monaten noch als Vorzeige-Finanz-Startup, gefördert mit öffentlichen Geldern, gepusht von einflussreichen Bloggern, gefeiert von den Medien. Die Euphorie schwappte schließlich auf die Kleinanleger über. Angeblich investierten über 35.000 von ihnen bei dem (wiederum angeblich) 40 Mio. Euro schweren Krypto-Börsengang.

Die Stimmung kippte erst, als das Savedroid-Team  im April öffentlich vorgaukelte, man habe sich mit dem Geld der Kleinanleger davongemacht. In Wirklichkeit handelte es sich bei dem vermeintlichen Betrug allerdings um einen PR-Gag. Kurz darauf nahm sich „Finanz-Szene.de“ zum ersten Mal ausführlich das Geschäftsmodell von Savedroid vor – und kam zu dem Schluss, dass das Fintech nicht wirklich über ein nachvollziehbares Geschäftsmodell verfügt:

Die ultimative Analyse des Geschäftsmodells des Fintech-Startups Savedroid

Vor wenigen Wochen befassten wir uns dann noch einmal ausführlich mit dem ICO als solchem. Auch dieser Komplex warf eine Menge Fragen auf:

Die Savedroid-Analyse, Teil II: Ist das noch Krypto oder ist das schon gaga?

Die PR-Maschine des 2015 gegründeten Startups läuft derweil langsam wieder an. So stellte das Bitcoin-Portal „BTC Echo“ dieser Tage erleichtert fest: „Savedroid – Ein PR-Debakel ist nicht das Ende“. Unterdessen berichtete das „Handelsblatt“ (Paywall) Mitte vergangener Woche ausführlich über die jüngsten Pläne des Fintechs. Diesmal soll es um Sparpläne auf Krypto-Basis gehen. Die ICO-Anleger von Savedroid hatten zu diesem Zeitpunkt freilich schon Schiffbruch erlitten.

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