Bis zu 2,3 Mio. Euro: Vergütungen bei Sparkassen explodieren

Von Heinz-Roger Dohms

Sparkassen-Vorstände in Deutschland verdienen viel, viel mehr Geld als bislang bekannt – das zeigen Recherchen des Branchen-Newsletters Finanz-Szene.de. Laut den jeweils aktuellsten verfügbaren Geschäfts- und Offenlegungsberichten* summierten sich zuletzt bei sage und schreibe mindestens 40 Sparkassen-Managern die Bezüge und Pensionsrückstellungen auf mehr als 1 Mio. Euro. Bei zwei Führungskräften der Kreissparkasse Köln und einem Vorstand der Sparkasse Duisburg waren es sogar mehr als 2 Mio. Euro. Und bei der Hamburger Sparkasse kamen gleich drei Manager auf eine Vergütung zwischen 1,5 und 2 Mio. Euro.

Dabei dürfte die tatsächliche Zahl der Einkommens-Millionäre über die von „Finanz-Szene.de“ ermittelten Fälle sogar weit hinausgehen. Denn: Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen lassen sich genaue Gehaltsstrukturen nur bei den Instituten in Nordrhein-Westfalen sowie bei ganz wenigen Großsparkassen nachvollziehen.

Konkret untersuchte „Finanz-Szene.de“ die Geschäfts- bzw. Offenlegungsberichte von 21 Sparkassen und stieß hierbei auf die besagten 40 Fälle (die sich wiederum auf 16 Geldhäuser verteilten; bei den fünf anderen gab es keinen Einkommens-Millionär). Zur Einordnung: Unter den untersuchten Instituten waren gerade mal vier der zehn größten bzw. lediglich acht der 20 größten deutschen Sparkassen.

Die Gehälter von Sparkassen-Vorständen sorgten in den vergangenen Jahren immer wieder für öffentliche Diskussionen, zuletzt 2016. Damals hatten das Recherche-Netzwerk „Correctiv“ und die „FAZ“ auf Basis der 2014er-Geschäftsberichte ermittelt, dass die höchsten Vorstandssaläre bei der Hamburger Sparkasse (im Schnitt 854.000 Euro), bei der Kreissparkasse Köln (704.000 Euro) und bei der Sparkasse Hannover (614.000 Euro) flössen. Auch frühere Untersuchungen hatten immer wieder nahegelegt, die Arbeit von Sparkassen-Vorständen werde zwar teilweise mit hohen sechsstelligen Beträgen vergütet – aber nicht im Millionenbereich.

Woher kommt nun die enorme Diskrepanz zwischen den Recherche-Ergebnissen von Finanz-Szene.de und früheren Erhebungen? Wir glauben, es liegt an insgesamt fünf inhaltlichen bzw. methodischen Faktoren:

  1. Die Bezüge vieler Sparkassen-Vorstände scheinen in den letzten Jahren nochmal merklich gestiegen zu sein
  2. Bei einigen wenigen Sparkassen (nämlich bei jenen, die von den Aufsehern aufgrund ihrer Bilanzsumme als „bedeutendes Institut“ eingestuft werden) finden sich in den Offenlegungsberichten Angaben, die über die Zahlen in den Geschäftsberichten hinausgehen
  3. Zumindest bei Deutschlands größter Sparkasse, nämlich der aus Hamburg, kassieren die Topmanager (wie „Finanz-Szene.de schon vor anderthalb Jahren publik machte) doppelt, nämlich einmal in ihrer Funktion als Vorstände der „Hamburger Sparkasse AG“ und zum anderen als Vorstände der „Haspa Finanzholding“. Die Gesamtvergütung ergibt sich aus den Holding-Dokumenten. Wer also allein in die Berichte der Hamburger Sparkasse AG schaut, erhält ein unvollständiges Bild
  4. Frühere Untersuchungen – so scheint uns jedenfalls – haben die Komponente „Altersvorsorge“ warum auch immer ausgeklammert
  5. Dabei wird gerade diese Komponente immer entscheidender, wenn man ermitteln will, wie hoch die Arbeit von Deutschlands Sparkassen-Managern vergütet wird. Denn: Die Pensionsrückstellungen für die Vorstände sind im Zuge des Zinstiefs geradezu explodiert. Das wiederum ist darauf zurückzuführen, dass sich die bei vielen Sparkassen bemerkenswert üppigen Pensionszusagen am Kapitalmarkt kaum mehr verdienen lassen. Folge: Die Institute müssen mehr und mehr Geld aus dem laufenden Geschäft beiseitelegen, um ihre Verpflichtungen zu erfüllen

Die Auswirkungen des ersten, vierten und fünften Faktors lassen sich beispielhaft an der Sparkasse Aachen illustrieren – nämlich indem man die Zahlen, die sich aus dem 2012er-Geschäftsbericht ergeben, einfach mal denen gegenüberstellt, die sich im 2017er-Abschluss finden:

Sparkasse Aachen: Bezüge und Pensionszuführungen für amtierende Vorstandsmitglieder im Jahr 2012:

Vorstand Bezüge Pension Summe
Herpers 577.000 € 30.000 € 607.000 €
Laufs 525.000 € 155.000 € 680.000 €
Burmester 429.000 € 335.000 € 764.000 €
Wagemann 499.000 € 119.000 € 618.000 €
Nellessen 357.000 € 46.000 € 403.000 €
Summe 2.387.000 € 685.000 € 3.072.000 €

 

Sparkasse Aachen: Bezüge und Pensionszuführungen für amtierende Vorstandsmitglieder im Jahr 2017:

Vorstand Bezüge Pension Summe
Herpers 745.000 € 859.000 € 1.604.000 €
Laufs 650.000 € 697.000 € 1.347.000 €
Burmester 620.000 € 611.000 € 1.231.000 €
Wagemann 618.000 € 478.000 € 1.096.000 €
Nellessen 466.000 € 330.000 € 796.000 €
Summe 3.099.000 € 2.975.000 € 6.074.000 €

Man sieht:

  • Faktor 1: Die Bezüge derselben fünf Vorstände haben sich von 2012 bis 2017 von 2,39 Mio. auf 3,10 Mio. Euro erhöht, ein Plus von 30%
  • Faktor 4: Hätte man die Pensionszuführungen 2012 bereits eingerechnet, wären man damals schon auf 3,07 Mio. statt auf 2,39 Mio. Euro gekommen
  • Faktor 5: Vor allem aber sind die Pensionszuführungen für dieselben fünf Vorstände zwischen 2012 und 2017 von damals 685.000 Euro auf zuletzt 2,98 Mio. Euro in die Höhe geschossen, ein unwirkliches Plus von 334%

Die Folgen dieser Entwicklung:

  • Die addierten Bezüge und Pensionszuführungen für die Vorstände der Sparkasse Aachen haben sich zwischen 2012 und 2017 glatt verdoppelt
  • Der mittlerweile pensionierte Vorstandschef Hubert Herpers kam auf 1,6 Mio. Euro, auch drei weitere Vorstände knackten die Millionenmarke

Ist die Sparkasse Aachen nun ein krasser Ausnahmefall? Mitnichten. Bei der (übrigens deutlich kleineren) Sparkasse Duisburg kamen ebenfalls vier Manager über die Millionengrenze, bei der Sparkasse Bielefeld waren es immerhin drei, bei der Haspa in Hamburg fünf und bei der Kreissparkasse Köln sogar sechs.

Hier die 16 Sparkassen und die 40 öffentlich-rechtlichen Sehr-gut-Verdiener in der Übersicht:

https://www.finanz-szene.de/banking/das-sind-die-40-einkommens-millionaere-der-sparkassen/

*Stichtag  war der 5. Juli. Die Geschäftsberichte haben wir über den elektronischen Bundesanzeiger eingesehen, die Offenlegungsberichte fanden sich auf den Websites der Sparkassen.

* Wir haben zum einen bekannten Finanzprofessor (der sich öffentlich häufig zu Vergütungsfragen äußert) und zum anderen eine auf Vergütungsfragen spezialisierte, ebenfalls bekannte Beraterfirma gefragt, ob die „Vergütung“ im Offenlegungsbericht völlig oder zumindest weitgehend identisch sei mit der Summe aus „Bezügen“ und „Pensionszuführungen“ im Geschäftsbericht. Der Professor meinte, ja, das sei so. Von der Beraterfirma kam die Antwort, nein, man könnte die Zahlen nur näherungsweise vergleichen.  

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Das sind die 40 „Einkommens-Millionäre“ der Sparkassen

Von Heinz-Roger Dohms

Bei mindestens 40 deutschen Sparkassen-Managern haben sich Bezüge und Pensionsrückstellungen zuletzt* auf mehr als 1 Mio. Euro summiert – das zeigen Recherchen des Branchen-Newsletters Finanz-Szene.de. Hier die Topverdiener und die 16 Sparkassen, für die sie arbeiten, in der Übersicht:

Hamburger Sparkasse (2018)

Laut dem Offenlegungsbericht der Haspa Finanzholding kamen im vergangenen Jahr zwei „Personen“ auf eine Vergütung zwischen 1,0 Mio. und 1,5 Mio. Euro und drei „Personen“ auf eine Vergütung zwischen 1,5 Mio. und 2,0 Mio. Euro. Wer diese „Personen“ sind, geht aus dem Bericht nicht hervor. Allerdings bestätigt die Haspa auf Anfrage, dass es sich hierbei um die fünf Vorstände

  • Harald Vogelsang,
  • Frank Brockmann,
  • Axel Kodlin,
  • Jürgen Marquardt
  • und Bettina Poullain

handelt.

Sparkasse KölnBonn (2018)

Laut Offenlegungsbericht kam ein Mitarbeiter voriges Jahr auf eine Vergütung zwischen 1,0 Mio. und 1,5 Mio. Euro, ein weiterer auf eine Vergütung zwischen 1,5 und 2,0 Mio. Euro. Aus dem Geschäftsbericht geht hervor, dass es sich bei dem Topverdiener um den mittlerweile ausgeschiedenen Vorstand Christoph Siemons und den heutigen Vorstandschef Ulrich Voigt handeln dürfte:

Vorstand Bezüge Pension Summe
Ulrich Voigt 674.000 € 560.000 € 1.234.000 €
Christoph Siemons 575.000 € 1.051.000 € 1.626.000 €

Wichtig:  Während die Angaben im Offenlegungsbericht auf der Instituts-Vergütungs-Verordnung beruhen (die bundesweit auf alle Banken angewendet wird), basieren die Angaben im Geschäftsbericht auf einem NRW-Gesetz, das nur für die dortigen Sparkassen gilt. Zur Frage, inwieweit sich die beiden Angaben 1:1 vergleichen lassen, finden Sie am Ende des Artikels eine Fußnote.

Kreissparkasse Köln (2018)

Laut Offenlegungsbericht erhielten bei der Kölner Kreissparkasse 2017 gleich sechs „Personen“ eine Vergütung in siebenstelliger Höhe. Zwei Mitarbeiter kamen auf 1,0 Mio. bis 1,5 Mio. Euro, zwei Mitarbeiter auf 1,5 Mio. bis 2,0 Mio. Euro und zwei Mitarbeiter sogar auf 2,0 Mio. bis 2,5 Mio. Euro.

Mit dem 2017er-Geschäftsbericht lassen sich diese Angaben nicht unmittelbar untermauern. Denn demzufolge übertrafen „nur“ vier Vorstände die Millionenmarke:

Vorstand Bezüge Pension Summe
Alexander Wüerst 958.000 € 298.000 € 1.256.000 €
Josef Hastrich 762.000 € 562.000 € 1.324.000 €
Wolfgang Schmitz 730.000 € 290.000 € 1.020.000 €
Klaus Tiedeken 709.000 € 278.000 € 987.000 €
Christian Bonnen 661.000 € 267.000 € 928.000 €
Udo Buschmann 476.300 € 1.585.000 € 2.061.300 €

Auf Anfrage von Finanz-Szene.de bestätigt die Kreissparkasse Köln, die Diskrepanz ergebe ich wesentlich dadurch, dass bei der Darstellung im Geschäftsbericht „die Zuführung zu den Pensionsrückstellungen aufgrund von Zinseffekten“ nicht eingerechnet wurde. Oder anders gesagt: Das Institut legt für die Pension ihrer Vorstände mehr Geld zurück, als es sich aus dem Geschäftsbericht ergibt. Unserem Eindruck nach müsste die KSK Köln die einzige der hier aufgeführten Sparkassen sein, die das so handhabt.

Frankfurter Sparkasse (2018)

Bei der Fraspa gab es laut Offenlegungsbericht im letzten Jahr drei Mitarbeiter, deren Tätigkeit mit mehr als 1 Mio. Euro vergütet wurde. Um wen genau es sich handelt, wollte das Institut auf Nachfrage nicht sagen (und weil es sich um kein NRW-Institut handelt, kann man’s auch nicht aus dem Geschäftsbericht ablesen).

Stadtsparkasse Düsseldorf (2017)

Vorstand Bezüge Pension Summe
Karin-Brigitte Göbel 764.000 € 430.000 € 1.194.000 €

Sparkasse Aachen (2017)

Vorstand Bezüge Pension Summe
Hubert Herpers 745.000 € 859.000 € 1.604.000 €
Norbert Laufs 650.000 € 697.000 € 1.347.000 €
Christian Burmester 620.000 € 611.000 € 1.231.000 €
Ralf Wagemann 618.000 € 478.000 € 1.096.000 €
Wilfried Nellessen 466.000 € 330.000 € 796.000 €

Sparkasse Krefeld (2017)

Vorstand Bezüge Pension Summe
Birgit Roos 535.000 € 591.000 € 1.126.000 €
Lothar Birnbrich 503.000 € 554.000 € 1.057.000 €

Sparkasse Dortmund (2017)

Vorstand Bezüge Pension Summe
Uwe Samulewicz 631.000 € 478.000 € 1.109.000 €
Jörg Busatta 583.000 € 460.000 € 1.043.000 €
Norbert Wolf 577.000 € 881.000 € 1.458.000 €

Sparkasse Münsterland-Ost (2017)

Vorstand Bezüge Pension Summe
Markus Schabel 697.000 € 517.000 € 1.214.000 €
Wolfram Gerling 580.000 € 473.000 € 1.053.000 €

Sparkasse Wuppertal (2017)

Vorstand Bezüge Pension Summe
Gunther Wölfges 611.000 € 461.000 € 1.072.000 €

Sparkasse Paderborn-Detmold (2017)

Vorstand Bezüge Pension Summe
Hans Laven 574.000 € 531.000 € 1.105.000 €

Sparkasse Bochum (2017)

Vorstand Bezüge Pension Summe
Volker Goldmann 613.000 € 561.000 € 1.174.000 €
Jürgen Hohmann 493.000 € 782.000 € 1.275.000 €

Sparkasse Neuss (2017)

Vorstand Bezüge Pension Summe
Michael Schmuck 503.000 € 583.000 € 1.086.000 €

Sparkasse Bielefeld (2017)

Vorstand Bezüge Pension Summe
Dieter Brand 523.000 € 578.000 € 1.101.000 €
Michael Fröhlich 502.000 € 629.000 € 1.131.000 €
Hagen Reuning 478.000 € 620.000 € 1.098.000 €

Sparkasse Duisburg (2017)

Vorstand Bezüge Pension Summe
Joachim Bonn 561.000 € 908.000 € 1.469.000 €
Ulrich Schneidewind 544.000 € 852.000 € 1.396.000 €
Uwe Haddenhorst 512.000 € 1.715.000 € 2.227.000 €
Helge Kipping 511.000 € 563.000 € 1.074.000 €

*Stichtag  unserer Betrachtung war der 5. Juli. Die Geschäftsberichte haben wir über den elektronischen Bundesanzeiger eingesehen, die Offenlegungsberichte fanden sich auf den Websites der Sparkassen.

* Wir haben zum einen bekannten Finanzprofessor (der sich öffentlich häufig zu Vergütungsfragen äußert) und zum anderen eine auf Vergütungsfragen spezialisierte, ebenfalls bekannte Beraterfirma gefragt, ob die „Vergütung“ im Offenlegungsbericht völlig oder zumindest weitgehend identisch sei mit der Summe aus „Bezügen“ und „Pensionszuführungen“ im Geschäftsbericht. Der Professor meinte, ja, das sei so. Von der Beraterfirma kam die Antwort, nein, man könnte die Zahlen nur näherungsweise vergleichen.  Unser Eindruck ist: Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen „weitegehend identisch“ und „näherungsweise identisch“.

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Goldman Sachs steigt bei Berliner Fintech Raisin ein

Von Heinz-Roger Dohms

Das Berliner Fintech Raisin („Weltsparen“) hat dem spektakulären 100-Mio-Euro-Funding aus dem Februar noch eine weitere Finanzierungsrunde folgen lassen. Diese Exklusiv-Information wurde Finanz-Szene.de gestern Nachmittag seitens Raisin bestätigt – wobei uns Finanzchef und Co-Gründer Frank Freund im Gespräch dann freundlicherweise auch gleich noch verriet, um welche Summe und um welchen Investor es sich handelt. Nämlich: um 25 Mio. Euro. Und: um Goldman Sachs.

Ja, genau: Goldman Sachs.

Das ist gleich aus zwei Gründen bemerkenswert. Erstens scheint die US-Investmentbanking (bzw. deren Venture-Capital-Arm „Goldman Sachs Principal Strategic Investments“) allmählich Gefallen an deutschen Fintechs zu finden. Schließlich hatten sich die Amerikaner neulich ja schon beim Berliner Vermögensverwaltungs-Digitalisierer Elinvar eingekauft.

Und zweitens: Bei vielen großen Finanz-Startups hierzulande sind inzwischen nicht mehr nur mächtige ausländische Risikokapitalgeber, sondern eben auch bekannte strategische Investoren engagiert. Das gilt für Finleap (Ping An) ebenso wie für die Solarisbank (ABN Amro, BBVA, Visa), für Auxmoney (Aegon) genauso wie für Scalable Capital (Blackrock), N26 (Tencent) oder eben Elinvar.  Aus Sicht von Raisin ist Goldman Sachs sogar schon der zweite Promi-Deal. Denn vor anderthalb Jahren war Paypal bei dem 2013 gegründeten Startup eingestiegen.

Freund sagte, man werde die frischen Mittel unter anderem in die geplante internationale Expansion investieren. So hatte der Einlagen-Vermittler (der neben Sparprodukten inzwischen auch ETF-basierte Investmentprodukte anbietet) bereits angekündigt, in den nächsten Monaten in die USA sowie zwei bislang noch ungenannte europäische Länder vorstoßen zu wollen. Bereits 2017 hatte Raisin den britischen Wettbewerber PBF Solutions übernommen, eine der ersten Übernahmen eines deutschen Fintechs überhaupt. Vergangenes Jahr erwarben die Berliner zudem die Frankfurter MHB-Bank, um nicht länger auf eine fremde Banklizenz angewiesen zu sein.

Freund sagte, dass Goldman im Gegenzug für seine 25 Mio. Euro „einen Anteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich“ an dem Startup erhält. Genauer einlassen wollten er sich hierzu nicht. Allerdings hatte Finanz-Szene.de die Bewertung von Raisin zuletzt auf Basis eigener Berechnungen ja schon mit rund 670 Mio. Euro veranschlagt – geht man a) davon aus, dass das richtig war und b) davon, dass Goldman Sachs ähnliche Konditionen erhielt wie die Investoren im Februar, dann müssten die Amerikaner grob gerechnet irgendwas zwischen 3,5% und 4% halten.

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