von Bernd Neubacher, 12. Januar 2026
Mittelstandsfinanzierung – das ist eigentlich klassisches Sparkassen-Terrain. Rechnet man die Landesbanken hinzu, dann liegt der Marktanteil bei angeblich 40%. Eine stolzer Wert, auf den die Granden im roten Sektor gern verweisen.
Was allerdings auch zur Wahrheit gehört: Im Auslandsgeschäft, nicht die unwichtigste Teildisziplin des KMU-Geschäfts, ist die Wettbewerbsposition der Sparkassen ungleich schlechter. Bei „Bestellerkrediten“ zum Beispiel – also bei Darlehen an Importeure im Ausland – soll der Marktanteil bei gerade mal 10% (bezogen auf die Stücke) bzw. sogar nur 5% (bezogen aufs Volumen) liegen. So jedenfalls wird es innerhalb der Gruppe erzählt.
Aufgrund heterogener Strukturen sei man oftmals schlicht zu teuer, wenn es darum gehe, einen Kunden bei der internationalen Expansion zu begleiten. So war vor nicht allzu langer Zeit in einem internen Schreiben zu lesen, dass die Sparkassen im dokumentär gestützten Auslandsgeschäft (also etwa, wenn eine Bank per „Letter of Credit“ bestimmte Zahlungen garantiert) eine Zeitlang mit siebenmal so hohen internen Preisen wie die Commerzbank unterwegs gewesen seien. Ein frappierendes Eingeständnis.
Jedenfalls – was auch immer man von solchen Kalkulationen halten mag: Fakt ist, dass die Sparkassen im Auslandsgeschäft seit Jahren einen immensen Aufholbedarf verspüren. Und sich deshalb gerade komplett neu aufstellen. Im Zentrum der Bemühungen steht dabei ein zentral beim DSGV angesiedeltes Großprojekt namens „Neposia“ („Neupositionierung im Auslandsgeschäft“). Dabei handelt es sich quasi um einen Masterplan, unter dem eine Reihe von teils einschneidenden Initiativen zusammengefasst werden. Ein Aspekt: Immer mehr Sparkassen verbünden sich zu großen Clustern. Ein anderer (über den aus Gründen der Gesichtswahrung kaum gesprochen wird): Die Landesbanken teilen gerade still und leise Zuständigkeiten neu auf.
Finanz-Szene hat sich tief hineinrecherchiert in die verwinkelte Materie. Unser Deep Dive:
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