von Bernd Neubacher und Arne Storn, 9. Februar 2026
Dass eine Bank zur Bilanz-PK einlädt, um über ein lebhaftes Neugeschäft und eine expandierende Bilanzsumme zu berichten – das ist eigentlich das Normalste der Welt. Und wer will es dem Vorstandschef verdenken, wenn er bei dieser Gelegenheit in aller Bescheidenheit darauf hinweist, dass „der Workload“ für seine Mannschaft diesmal „deutlich höher“ gewesen sei als in früheren Geschäftsjahren? Ironischerweise war es allerdings keine gewöhnliche Volks- oder Raiffeisenbank, die da Anfang Mai letzten Jahres zur Bilanz-Pressekonferenz geladen hatte. Sondern die BAG Hamm, auch bekannt als die „Bad Bank“ der genossenschaftlichen Finanzgruppe.
Dazu muss man wissen: Die BAG Hamm (das Kürzel steht für „Bankaktiengesellschaft“) ging Mitte der 1980er-Jahre aus der damals havarierten Hammer Bank Spadaka (Bilanzsumme: 1,7 Mrd. D-Mark) hervor. Ursprünglich sollte sich die Einheit nur um den Hammer Fall als solchen kümmern – doch dann entwickelte sich die BAG Hamm (eine 100%-Tochter des BVR) peu à peu zum Abwicklungsspezialisten für den gesamten Sektor.
Viele Jahre lang arbeiteten die Westfalen abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit. Außer den Genossen selbst wusste kaum jemand, dass es die BAG Hamm überhaupt gibt. Dann jedoch: Wurde das Institut im Zuge der Schieflagen der VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden und der Volksbank Dortmund-Nordwest mit Assets regelrecht zugeschwemmt. Und erste letzte Woche berichtete Finanz-Szene exklusiv, dass nun auch noch 850 Mio. Euro aus der Rettung der Raiffeisenbank im Hochtaunus auf die BAG Hamm übergehen sollten – der mit Abstand größte Fall zumindest der jüngeren Vergangenheit.
Dabei verbirgt sich hinter dem „Hochtaunus-Bailout“ noch eine weitere, hochspannende Geschichte. Laut Recherchen von Finanz-Szene entsteht im Genosektor nämlich gerade eine weitere „Bad Bank“ neben der BAG Hamm.
Die Geschichte dahinter:
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