von Christian Kirchner, 11. Februar 2026
Nachdem die Commerzbank bereits am Dienstag mitgeteilt hatte, ihr Ergebnisziel für 2025 leicht übertroffen zu haben (siehe hier), hat sie nun auch den Ausblick für das laufende Jahr angehoben – allerdings ohne spezifisch zu werden. War bislang von 3,2 Mrd. Euro Nettogewinn die Rede, gehe man nun von einem „darüber liegenden“ Ergebnis aus, wie es am Morgen bei der Vorstellung des neuen Zahlenwerks hieß. Zur Einordnung: Die Analysten rechnen aktuell im Schnitt mit 3,4 Mrd. Euro.
Wesentlicher Treiber ist bei alldem das Zinsgeschäft: So fiel der Zinsüberschuss im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 8,2 Mrd. Euro rund eine halbe Mrd. Euro höher aus, als der Vorstand ursprünglich prognostiziert hatte. Für das aktuelle Geschäftsjahr geht der Vorstand jetzt von 8,4 Mrd. Euro aus (statt bislang 8,0 Mrd. Euro). Dabei dienen als Hebel vor allem günstig generierte Einlagen. Allein im vierten Quartal stiegen diese im Heimatmarkt um etwas mehr 2% auf 278 Mrd. Euro. Dabei bewegte sich das Zins-Beta (das bemisst, welcher Anteil des EZB-Einlagenzinses an die Kunden weitergegeben werden) bei weiterhin sehr auskömmlichen 41%, das war minimal weniger als ein Jahr zuvor.
Zugleich gab die Commerzbank bekannt, weitere 52 Mio. Euro auf die erst 2024 erworbene Problemtochter Aquila Capital abgeschrieben zu haben. Begründet wurde der Schritt damit, dass sich der Hamburger Sachwerte-Spezialist „aktuell in einzelnen Märkten schwierigen Rahmenbedingungen“ gegenüber sehe. Finanz-Szene hatte kürzlich exklusiv berichtet, dass zwei Fonds von Aquila im Volumen von 1,2 Mrd. Euro liquidiert werden müssen (siehe –> Drama in zehn Akten – wie der Aquila-Kauf für die Commerzbank zum Fiasko geriet). Alles in allem hat die Commerzbank jetzt 117 Mio. Euro auf den Asset Manager abgeschrieben, fast zwei Drittel des Kaufpreises.
Die konzernweiten Aufwendungen stiegen im abgelaufenen Jahr um erstaunliche 7% – als Ziel ausgegeben hatte der Vorstand eigentlich 3%. Fairerweise: Von dem Kostenauftrieb entfielen 90 Mio. Euro auf die Neubewertung aktienbasierter variabler Vergütung von Mitarbeitern (eine Folge des stark gestiegenen Aktienkurses). Also ein Einmaleffekt, den die Commerzbank gern in Kauf nehmen dürfte und der gemessen am erstaunlich konstanten Zinsüberschuss (gerade mal minus 1% zum Vorjahr) und am deutlich gestiegenen Provisionsüberschuss (plus 7% zum Vorjahr) kaum ins Gewicht fällt.
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Die Zahlen des vierten Quartals in der Übersicht:
Das Jahresergebnis in der Übersicht:
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