Analyse

Projekt „Zuwachs“: Genossen lancieren Trading-App – doch es drohen Konflikte

Ist ja nicht so, als hätten die Sparkassen die Neuausrichtung ihres Wertpapiergeschäfts ohne Querelen hingekriegt – ganz im Gegenteil (–> Sparkassen-Chefs gegen Deka – mächtig Zoff in der S-Finanzgruppe). Nun allerdings, da die internen Schlachten allesamt geschlagen sind und der Angriff auf Trade Republic endlich beginnen soll, herrscht urplötzlich eine derartige Harmonie im roten Sektor, dass es fast schon trieft.

So durfte der baden-württembergische Regionalverband bei seiner Bilanz-PK kürzlich verkünden, wann die neue Trading-App denn nun kommen soll (irgendwann im Sommer), während es den westfälisch-lippischen Sparkassen vorbehalten war, bei ihrer Bilanz-PK gestern Vormittag den Namen des neuen Angebots zu enthüllen – „S-Neo“ soll es heißen (siehe unsere Meldung hier). Auch den im Sektor seit Jahren schwelenden Dienstleister-Konflikt hat man elegant umschifft. So sollen Ortsinstitute, die ihre juristische Depotführung bislang an die Deka ausgelagert haben, auch bei „S-Neo“ auf exakt dieses Setup zurückgreifen. Wer dagegen als größere Sparkasse die Depots seiner Kunden selbst führt und lediglich für die Abwicklung die dwp bank braucht – der darf auch bei der neuen App auf die Dienste der dwp zurückgreifen.

Fast zu einträchtig, um wahr zu sein, das alles.

Und damit also nun zu den Genossen. Denn: Auch die arbeiten (und das ist mal eine echte News, denn davon war bislang nichts bekannt!!!) an einem neobroker-artigen Trading-Angebot, wie diese Woche geleakt wurde. Wobei sich der Ansatz von dem der Sparkassen sehr grundsätzlich zu unterscheiden scheint. Und das „Zuwachs“ getaufte Projekt durchaus Konfliktpotenzial haben dürfte.

Doch der Reihe nach:

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