von Heinz-Roger Dohms, 23. März 2026
Die Verbund-Volksbank Ostwestfalen-Lippe (mit einer Bilanzsumme von 11 Mrd. Euro die Nr. 16 im BVR-Ranking) hat im abgelaufenen Geschäftsjahr exorbitant gut verdient. Zwar versendete das Institut am Freitag lediglich rudimentäre GuV-Zahlen – aus denen allerdings geht immerhin hervor, dass das Betriebsergebnis vor Bewertung bei 144 Mio. Euro lag, umgerechnet exzellente 1,33% der durchschnittlichen Bilanzsumme. Zum Vergleich: Im bundesweiten Durchschnitt kamen die Primärgenossenschaften laut BVR gerade mal auf einen Wert von 0,87%, und selbst die als besonders margenstark bekannten Genoinstitute aus dem Weser-Ems-Verband blieben letztes Jahr mit 1,20% deutlich hinter der Verbund-Volksbank OWL zurück.
Vollständig lösen lässt sich das Rätsel auf Basis der Pressemitteilung nicht. Was immerhin feststeht: Das in Paderborn ansässige Institut scheint im vergangenen Jahr ausgesprochen offensiv unterwegs gewesen zu sein. So wuchsen die Kundenforderungen (also der Bestand) um mehr als 7%, während das Volumen der neuen Baufinanzierungen (also das Neugeschäft) um 31% anzog – beides merklich über dem allgemeinen Branchenniveau. Parallel stiegen auch die Einlagen um immerhin 4%. Für den Anstieg des Zinsüberschusses auf 196 Mio. Euro (+9%) gibt es also durchaus Gründe. Trotzdem liegt der relative Zinsüberschuss der Verbund-Volksbank OWL mit 1,82% der DBS nur unwesentlich über den BVR-Werten (1,76%).
Der größere Teil des Erfolgsgeheimnisses scheint auf der Kostenseite zu liegen. So kamen die Ostwestfalen mit einem Verwaltungsaufwand von gerade mal 132 Mio. Euro aus – schlanke 1,22% der durchschnittlichen Bilanzsumme. Das ist ein signifikanter Unterschied zum Durchschnittswert des Verbundes (1,44%), und das, obwohl in die gruppenweiten Zahlen des BVR ja beispielsweise die PSD-Banken und die Sparda-Banken einfließen, die aufgrund ihrer stärkeren Online-Fixierung mit deutlich weniger Filialen auskommen und darum mit einer günstigeren Kostenstruktur unterwegs sind.
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