von Christian Kirchner, 21. Mai 2026
Die Deutsche Bank sucht im hiesigen Einlagengeschäft die direkte Konfrontation mit J.P. Morgan. Nachdem die Amerikaner ihre Berliner Direktbank Chase am Mittwoch mit einem 4%-Angebot in den deutschen Markt geschickt hatten, kontert das größte hiesige Geldhaus nun ebenfalls mit einer 4%-Tagesgeld-Offerte. Lanciert wird diese allerdings nicht unter eigener Marke, sondern über die Bonner Online-Tochter Norisbank.
Bei der Norisbank gilt das auf Neukunden beschränkte Angebot sogar für sechs Monate und damit zwei Monate länger als bei Chase. Allerdings ist die Offerte (anders als bei Chase) an die parallele Eröffnung eines Girokontos geknüpft (das unter bestimmten Bedingungen kostenlos ist). Auch die Obergrenze ist mit 250.000 Euro niedriger bemessen als bei der US-Bank (1 Mio. Euro).
Die Deutsche Bank hat die Generierung frischer Einlagen zu einer wesentlichen Säule ihrer bis 2028 reichenden Strategie erklärt. Konkret will sie binnen drei Jahren knapp 100 Mrd. Euro über alle Marken und Kundengruppen hinweg zusätzlich einsammeln. Die Norisbank mit ihren zuletzt rund 550.000 Kunden spielt in diesem Ansatz zwar quantitativ eine überschaubare Rolle. Allerdings passt die aktuelle Aktion gut zur Positionierung der Marke. So will die Deutsche Bank mit der Norisbank vor allem in Vergleichsportalen neue Kunden gewinnen.
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Der Fall Norisbank – wenn 30% Cost-Income-Ratio das „New Normal“ sind
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