von Christian Kirchner, 3. Juni 2026
Der Übernahmepoker um die Commerzbank spitzt sich unerwartet schnell zu. Laut einer gestern Nachmittag veröffentlichten Pflichtmitteilung sind der Unicredit im Zuge ihres freiwilligen Übernahmeangebots inzwischen 7,6% aller Coba-Aktie angedient worden. Eingedenk der zuvor gehaltenen 26,6% kommen die Italiener damit nach eigener Darstellung auf einen Anteil von 34,4% – und liegen folglich jetzt auch offiziell über der wichtigen 30%-Marke (wobei die Schwelle de facto ja auch vorher schon überwunden war).
Das ist freilich noch nicht alles. Auch schon vor dem gestrigen Dienstag hatte die Unicredit über Derivate mit Lieferanspruch zusätzliche 3,2% kontrolliert. Macht also zusammen sogar fast 38%. Hinzukommen dann noch weitere Instrumente (sogenannte „Cash Settled Swaps“, mit denen kein Lieferanspruch verknüpft ist) im Umfang von bislang knapp 11% – und laut der gestrigen Mitteilung jetzt sogar 13,2%. Das ist insofern spektakulär, als dass die Unicredit – würde man alle diese Positionen zusammenrechnen (also die 26,8% plus die 7,6% plus die 3,2% plus die 13,2%) – jetzt tatsächlich die 50% geknackt hätte.
Indes: Noch am Dienstagabend setzte hinter den Kulissen ein Deutungsstreit um die Belastbarkeit der einzelnen Teilpositionen ein.
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