von Christian Kirchner, 8. Juni 2026
Paukenschlag am frühen Montagmorgen: Die Bafin hat, wie sie um kurz nach 6 Uhr mitteilte, eine Prüfung des 2024er-Konzernabschlusses der Deka eingeleitet. Der Fondsdienstleister der Sparkassen könnte demnach seinen Gewinn um fast eine halbe Mrd. Euro (!) zu hoch ausgewiesen haben.
Konkret geht es um einen Sachverhalt, den Finanz-Szene vor einem Jahr aufgedeckt hatte (siehe unsere Linktipps weiter unten). So berichteten wir damals, dass die Deka still und heimlich offene Steuerforderungen von mehreren hundert Mio. Euro beglichen hatte – Zahlungen, die in Zusammenhang mit Cum-Cum-Transaktionen standen. Auf der Bilanz-PK kurz zuvor hatte der Vorstand den Vorgang unerwähnt gelassen. Auch den für 2024 ausgewiesenen Gewinn von fast 900 Mio. Euro hatten die Zahlungen nicht tangiert. Der Grund: Parallel hatte die Deka steuerliche Erstattungsansprüche in Höhe von 478 Mio. Euro aktiviert, offenbar in der Überzeugung, die gezahlten Steuerschulden (nach „finalem Obsiegen in einem finanzgerichtlichen Verfahren“, wie es im Abschluss hieß) wieder zurückzuerhalten.
Die Zulässigkeit dieser bilanziellen Transaktion zieht die Bafin nun allerdings allem Anschein nach in Zweifel. Eine solche Aktivierung dürfe nur erfolgen, „wenn es überwiegend wahrscheinlich ist, dass Steuerbehörden die steuerliche Behandlung des Unternehmens akzeptieren werden“, erklärt die Bafin mit Blick auf die hier anzuwendenden IFRS-Regularien. Die Deka wäre demnach also möglicherweise zu optimistisch gewesen, als sie sich die 478 Mio. Euro gutschrieb. Es gebe, so die Bafin, auf Basis „objektivierter Maßstäbe konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die Bank fälschlicherweise davon ausgegangen ist, eine Anerkennung durch die Finanzverwaltung sei überwiegend wahrscheinlich“.
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