Exklusiv

Von 570bp auf 100bp – wie der Kapitalpuffer der Hamburger Volksbank verschwand

Gerade mal ein Jahr ist es her, da schien Thorsten Rathje, der Vorstandssprecher der Hamburger Volksbank, on top of his game. Die hanseatischen Genossen (die mit einer Bilanzsumme von gerade mal 4 Mrd. Euro immer so ein bisschen im Schatten der Haspa stehen) hatten gerade den höchsten Gewinn ihrer Geschichte eingefahren – und ließen das auch alle wissen: „Das Betriebsergebnis vor Bewertung konnte herausragend von 19,9 Mio. Euro auf 37,6 Mio. Euro gesteigert werden (+88,9%)“, jubelte das Institut in der entsprechenden Pressemitteilung. „Wir haben zur richtigen Zeit die Zinssituation genutzt und uns mit einer nachhaltig starken Ertragsbasis zukunftssicher aufgestellt“, gab Rathje zu Protokoll.

Ein Jahr lässt sich feststellen: Ja, die Hamburger Volksbank scheint die Zinswende tatsächlich längerfristig monetarisieren zu können. So lag das Betriebsergebnis vor Bewertung mit knapp 34 Mio. Euro auch 2025 wieder deutlich über dem früheren Niveau (nach Bewertung passt mit rund 29 Mio. Euro übrigens auch alles). Und für das laufende Geschäftsjahr gehen die Hanseaten auf Basis eines nochmals deutlich ausgebauten Zinsüberschusses sogar davon aus, dass der Gewinn wieder zulegen wird. Die Sache hat allerdings einen ziemlichen Haken. Denn die neue Ertragsstärke geht mit einer dramatischen Schrumpfung des Kapitalpuffers einher. Noch fast 600 Basispunkte lagen Ende 2022 zwischen der Gesamtkapitalquote und der regulatorischen Mindestanforderung. Inzwischen ist es nur noch ein Sechstel (!) davon.

Wie konnte das passieren? Eine Rekonstruktion:

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