BdB dürfte auf Großteil des Greensill-Schadens sitzen bleiben

9. Juni 2021

Von Heinz-Roger Dohms

Bei Bankenpleiten ist es ja gern mal so, dass die Insolvenzquoten vergleichsweise hoch ausfallen – mit der Folge, dass die Gläubiger im Allgemeinen und die Einlagensicherungs-Systeme im Speziellen dann eben doch glimpflich davonkommen. Bestes Beispiel: der Zusammenbruch der deutschen Lehman-Tochter. Auch da wurde 2008 zunächst Schlimmstes befürchtet (handelsübliche Schlagzeile: „Lehman bringt deutsche Einlagensicherung in Not“). Im Laufe der Jahre stellte sich dann jedoch heraus, dass die hiesige Lehman-Dependance zum Zeitpunkt ihrer Insolvenz alles andere als mittellos gewesen war. Auf stolze 17 Mrd. Euro schwoll die Konkursmasse an. Mehr als genug, damit Insolvenzverwalter Michael Frege die Einlagensicherung schadlos halten konnte …

… Am gestrigen Dienstag nun waren wieder alle Augen auf den guten Herrn Frege gerichtet. Schließlich ist dem medial gelegentlich als „Campino-Bruder“ firmierenden Juristen auch im Falle der Bremer Greensill Bank die Insolvenzverwaltung übertragen worden – und da stand gestern nun die erste Gläubigerversammlung auf dem Programm. Ergebnis? Ein wenig Hoffnung hat Michael Frege dem mit Abstand größten Gläubiger, also dem Bundesverband der deutschen Banken zwar machen können. Ganz so glimpflich wie damals bei Lehman wird die Sache diesmal allerdings nicht enden. Konkret, so entnehmen wir unter anderem der „Börsen-Zeitung“ (Paywall): 460 Mio. Euro hat Frege bislang sichergestellt; bis zu 2 Mrd. Euro könnten es im Laufe der nächsten Jahre bestenfalls noch werden. Dem stehen nun 4 Mrd. Euro Forderungen ingesamt gegenüber, von denen grob 1 Mrd. Euro auf die gesetzliche, grob 2 Mrd. Euro auf die freiwillige Sicherung sowie grob 1 Mrd. auf die sonstigen Gläubiger (darunter: die Kommunen) entfallen …

… Das heißt (jedenfalls nach unserem, zugegebenermaßen eher rudimentären Verständnis): Da die gesetzliche Einlagensicherung vorrangig bedient wird, dürfte diese ihre Milliarde recht sicher zurückbekommen. Die freiwillige Einlagensicherung hingegen (so verstehen wir es) ist gegenüber den sonstigen Gläubigern lediglich gleichgestellt. Sprich: Für sie (die 2 Mrd. Euro im Feuer hat) wäre allenfalls noch 1 Mrd. da, die sie sich überdies mit den „Sonstigen“ teilen muss. Irgendwas in Richtung 1,5 Mrd. Euro dürfte als Schaden also in jedem Fall hängen bleiben.

Und wer zahlt jetzt die Zeche bei der Greensill Bank?

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