Kurz gebloggt

Bundesbank winkt mit Zaunpfahl: Weniger Kapital ≠ billigere Kredite

21. März 2022

Von Christian Kirchner

Im gestern veröffentlichten neuen Monatsbericht der Bundesbank findet sich ab Seite 30 ein wahnsinnig komplizierter Aufsatz über den Zusammenhang zwischen der Eigenmittelausstattung einer Bank und den von ihr verlangten Kreditzinsen. Wenn wir es nach mehrmaligem Lesen richtig verstanden haben (was wir nicht garantieren wollen), dann verlangen Banken und Sparkassen umso niedrigere Zinsen, desto mehr überschüssiges Eigenkapital sie vorhalten. Jedenfalls der Tendenz nach.

Wobei sich ebendiese Tendenz im Zuge der Corona-Krise verstärkt habe. Sprich: Wer es sich leisten kann (also genügend Kapital auf der Kante hat), der geht im Kreditgeschäft jetzt noch ein bisschen preisaggressiver zu Werke, während schwächer kapitalisierte Institute eher mal zurückziehen.

Wenn man nun aber den Durchschnitt über alle Banken hinweg bilde und dabei die Höhe des Kreditvolumens als Gewichtungsfaktor hernehme, dann zeige sich (wir zitieren wörtlich, um nichts falsch zu machen), “dass der gewichtete Durchschnittseffekt einer Senkung der Eigenkapitalquote auf die Kreditzinssätze leicht negativ ist. Somit ergeben sich keine unmittelbaren Anhaltspunkte dafür, dass ein Rückgang der Eigenkapitalquoten deutsche Banken derzeit im Aggregat zu einer Erhöhung der Zinssätze auf Kredite an nichtfinanzielle Unternehmen veranlassen könnte”.

Verstehen wir’s richtig, dann will uns die Bundesbank auf Basis ihrer Auswertungen (Die Analyse erfolgt auf Einzelkreditebene für den Zeitraum von Juli 2019 bis Oktober 2021 mit 430.000 Datenpunkten) also Folgendes mitgeben: Ja, klar, man kann die Eigenkapitalregeln lockern. Aber glaube bitte niemand, dass die Kredite hierdurch billiger würden. Eher ist das Gegenteil der Fall.

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