Daten & Research

Comeback-Jahr: Große deutsche Banken mit 14 Mrd. € Gewinn

2. Mai 2022

Von Christian Kirchner

Deutschlands systemrelevante Banken haben im abgelaufenen Jahr einen größeren Nettogewinn erzielt als 2017-2020 zusammen. Das geht aus den kürzlich veröffentlichten Daten der europäischen Bankenaufsicht EBA hervor. Insgesamt erwirtschafteten die 21 Institute – darunter Deutsche Bank, Commerzbank, Helaba, HCOB, NordLB, Bayern LB, LBBW, Deka und DZ Bank – einen Bruttogewinn von 14,0 Mrd. Euro bzw. ein Nettoergebnis von 10,1 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Im bislang profitabelsten Jahr seit Beginn der EBA-Datenerhebung 2015 betrug der Nettogewinn nur 3,9 Mrd. Euro.

Mehr Provisionsgeschäft – aber auch höhere Kosten

Ein Blick auf die Ergebnisbeiträge zeigt, dass der massive Gewinnzuwachs vor allem dem starken Anstieg des Provisionsüberschusses zu verdanken ist – dieser stieg um 5,8 Mrd. Euro (bzw. 27%) auf 26,7 Mrd. Euro. Zugleich kletterten allerdings auch die Kosten um immerhin 2,0 Mrd. Euro (4%). Ebenfalls auffallend und natürlich naheliegend: Die Risikovorsorge ging im Vergleich zu 2020 – also zum ersten Corona-Jahr – deutlich zurück.

2020 2021 Delta in Mio. Euro Delta in %
Zins-Überschuss 31.677 30.758 -919 -3
Provisions-Überschuss 21.013 26.743 5.731 27
Handels-, Bewertungs-  und sonst. Ergebnis 6.984 7.996 1.013 15
Erträge gesamt 59.674 65.498 5.824 10
Kosten und Abschreibungen 45.667 47.623 1.956 4
Gewinn vor Steuern und Bewertung 14.007 17.875 3.868 28
Risikovorsorge 10.751 4.073 -6.678 -62
andere Ergebnisbeiträge 48 172 124 256
Gewinn vor Steuern 3.333 13.973 10.640 319
Steuern 2.026 3.886 1.860 92
Nettogewinn 1.307 10.087 8.780 672

Quelle: EBA

Im internationalen Vergleich unterm Schnitt

Trotz des massiven Gewinnsprungs erreichten die deutschen Banken auch 2021 kein international übliches Rendite- und Rentabilitätsniveau: Im Schnitt erwirtschafteten die 113 wichtigsten Banken der Eurozone eine Eigenkapitalrendite von 6,7% – deutsche Institute kamen lediglich auf 4,1%. Bei der Cost-Income-Ratio wiederum lag Deutschland gut acht Prozentpunkte über dem Eurozonen-Schnitt von 64%.

Return on equity
(RoE)
Cost-to-income ratio
(CIR)
Spanien 10,9% 54,6%
Litauen 10,7% 47,4%
Lettland 10,5% 59,1%
Slowenien 10,5% 62,6%
Belgien 9,4% 60,9%
Finnland 9,3% 51,3%
Österreich 8,7% 59,1%
Niederlande 8,4% 61,0%
Estland 8,3% 56,9%
Frankreich 7,2% 67,2%
Irland 5,9% 72,8%
Italien 5,1% 68,0%
Portugal 4,1% 48,7%
Deutschland 4,1% 72,7%
Luxembourg 3,5% 78,2%
Malta 2,9% 88,1%
Zypern 1,0% 74,1%
Griechenland -20,2% 66,4%

Quelle: EBA, Sortierkriterium: Return on equity (RoE)

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