Exklusiv

Dank Firmenkunden: Gewinn der HSBC Deutschland steigt massiv

22. Februar 2022

Von Christian Kirchner

Die HSBC Deutschland hat 2021 den höchsten Gewinn seit einer Dekade erwirtschaftet. Darauf zumindest deuten die für das Deutschland-Geschäft ausgewiesenen Zahlen im Abschluss des britischen Mutterkonzerns hin. Demnach hat das hierzulande offiziell immer noch als “HSBC Trinkaus & Burkhardt” agierende Institut im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Vorsteuergewinn von umgerechnet 284 Mio. Euro erwirtschaftet – ein Plus von rund 50% verglichen mit dem ohnehin bereits starken Vorjahr (siehe hier). In diesen Gewinndimensionen war die hiesige HSBC zuletzt vor rund zehn Jahren unterwegs.

Zwar bilanziert der Mutterkonzern anders als die deutsche Einheit (die ihren eigenen HGB-Geschäftsbericht erst im Frühjahr veröffentlichen wird) und zudem in US-Dollar. Allerdings besteht zwischen den Zahlenwerken ein enger Zusammenhang. Vor allem das Firmenkundengeschäft (“Commercial Banking”) trug mit einem Gewinn von 82 Mio. Euro (plus 413%) zu der Ergebnisverbesserung bei – obwohl das ausgereichte Kreditvolumen in diesem Bereich deutlich um 18% auf umgerechnet 6,8 Mrd. Euro zurückging. Dagegen sank das Ergebnis im Segment “Global Banking and Markets”, wo unter anderem die Wertpapierabwicklung aufgehängt ist, um 21% auf umgerechnet 137 Mio. Euro.

Das deutliche Plus im eigentlich für die “Overhead-Kosten” zuständigen Segment “Corporate Center” dürfte einem Einmaleffekt geschuldet sein. So ist an einer Stelle des Geschäftsberichts vom “Verkauf einer Immobilie in Deutschland” die Rede. Was bekannt war: Die HSBC Deutschland hatte vergangenes Jahr ihr Stammhaus an der Düsseldorfer Königsallee verkauft, mutmaßlich hob man mit der Transaktion stille Reserven.

Hier die Übersicht des Vorsteuergewinns von HSBC Deutschland (in Mio. Dollar, bitte nicht verwirren lassen)

2019 2020 2021 21 vs. ’20
Wealth&Pers. Banking 18 17 17 + 0%
Commercial Banking 46 16 82 + 413%
Global Banking&Mrkts. 95 197 155 – 21%
Corporate Center 2 -15 67
Summe 161 215 321 + 49%

Quelle: HSBC Holdings PLC Geschäftsbericht 2021

Der mutmaßlich höchste Gewinn in zehn Jahren dürfte die laufenden Debatten um die Notwendigkeit weiterer Effizienzmaßnahmen bei der HSBC Deutschland verschärfen: Erst Anfang Dezember hatte der Vorstand intern kommuniziert (siehe hier), wie er die im Restrukturierungs-Programms „Germany Transformation“ skizzierten Stellenstreichungen erreichen will. Insgesamt sollen 580 Arbeitsplätze wegfallen – bis Dezember waren davon aber erst zwei Drittel erreicht. Dazu muss man wissen: Es gibt bereits ein weiteres Effizienzprogramm namens “Titan”. Das soll gewissermaßen noch on top kommen.

Der britische Mutterkonzern hat seinen Investoren bis 2024 konzernweit eine Eigenkapitalrendite von 10-12% versprochen – mindestens 10% stehen laut dem 2020er-Geschäftsbericht auch für Deutschland im Raum. 2021 erreichte die HSBC konzernweit 8,3%. Für Deutschland liegen noch keine genauen Zahlen vor, allerdings betrug die Eigenkapitalrendite bereits 2020 knapp 8% und dürfte angesichts der vorgelegten Zahlen eher gestiegen sein.

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