Kurz gebloggt

Das “neue Drei-Säulen-System”: Ertragskraft klafft jäh auseinander

3. März 2022

Von Heinz-Roger Dohms

Wir kommen aus dem Loben ja gar nicht mehr heraus. Krasser Zinsüberschuss hier. Famoses Provisionsgeschäft dort. Tolle Gewinnanstiege fast überall. Und so ist man fast geneigt, sich die ostentative Zufriedenheit zu eigen zu machen, die der Helaba-Chef Thomas Groß gestern bei der Bilanz-PK an den Tag gelegt hat. 569 Mio. Euro Vorsteuergewinn! Eine grob 150%-ige Verbesserung zum Vorjahr! 6,4% EK-Rendite! Besser geht’s doch nicht! Oder????

Naja: Auch die OLB hat gestern Zahlen vorgelegt. Deren EK-Rendite: 9,2%. Allerdings nach Steuern (und nicht vor Steuern wie bei der Helaba). Und offenbar auch nicht (wie bei der Helaba) stark von positiven Sondereffekten geprägt. Woher die Performance-Diskrepanz kommt? Naja: Nicht zuletzt daher, dass die Zahl der Mitarbeiter bei der OLB seit 2018 um ein Viertel runtergeprügelt wurde, während bei der Helaba die Kosten seit 2016 um ein gutes Fünftel gestiegen sind. Nun ist Aufwand natürlich nicht alles.

Aber – wenn man sich die Zahlen der DZ Bank vorgestern (wir meinen die eigentliche Bank, nicht den Konzern) und der Helaba gestern anschaut und das dann abgleicht mit den zuletzt präsentierten Ergebnissen z.B. der (siehe oben) HCOB, der HVB, der deutschen Santander oder eben der OLB – dann erkennt man eben doch: Es gibt markante Unterschied zwischen den ultrafitten Auslands- bzw. Private-Equity-Banken einerseits und den im Vergleich dazu zwar formverbesserten, aber doch eher joggenden “DZ Helabas” auf der anderen Seite.

Und dann gibt es noch eine dritte Gruppe von Banken, repräsentiert zum Beispiel durch die Sparkasse KölnBonn, die gestern ebenfalls Zahlen vorgelegt hat. Von Formverbesserung oder gar Fitness ist da (wie schon neulich bei der Kreissparkasse Köln) immer noch eher wenig zu sehen. Hier die Details:

  • Mittlere Säule: Fünf Anmerkungen zu den zwar ordentlichen, aber eben nicht herausragenden Zahlen der Helaba. Finanz-Szene.de
  • Obere Säule: Die OLB holzt nicht nur brutal bei den Kosten – sondern sie setzt in der Nische offenbar üppigste Zinsmargen durch. Finanz-Szene.de
  • Untere Säule: Die SK KölnBonn müht sich, hat aber ein strukturelles GuV-Problem. Und dann: Kommt auch noch ein Londoner Clearinghaus ins Spiel. Finanz-Szene.de

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