von Christian Kirchner, 7. Januar 2026
Im zweiten Teil unserer Ausblick-Serie beleuchten wir, welche fünf Treiber in diesem Jahr über die Geschäftsentwicklung von Banken und Sparkassen entscheiden.
Bitte sehr:
Was machen die Zinsen? Vor einem Jahr zerbrachen sich die Treasurer von Banken und Sparkassen über diese Frage regelrecht den Kopf. Zwölf Monate später hingegen – scheint die Antwort denkbar simpel: Die Zinsen bleiben, wo sie sind! Also bei 2,0%, bezogen auf den Einlagenzins, den die Geschäftsbanken bei der EZB erhalten. Was deutlich mehr ist, als viele Treasurer vor einem Jahr befürchtet hatten. Und ein weiterhin kommodes Niveau darstellt, verglichen mit den kargen Jahren der Niedrigzinsära. In der Tat: Die große Mehrheit der Makroökonomen rechnet aktuell damit, dass der EZB-Einlagenzins bis weit in den Herbst hinein und möglicherweise sogar bis zum Jahresende unangetastet bleibt. Schließlich erfordert die konjunkturelle Lage (die Notenbanker rechnen für die Eurozone in diesem Jahr mit einem Wachstum von 1,0%) nicht zwingend weitere Zinssenkungen – während die Inflation (hier kalkuliert die EZB mit 1,7%) für den Moment so weit unter Kontrolle ist, dass es umgekehrt auch nicht zwingend wäre, die Zinsen gleich wieder anzuheben. Für Banken und vor allem Sparkassen heißt das: Sie können ein weiteres Jahr mitnehmen, was der Zinsspread so hergibt (aktuell liegt der Durchschnittszins für hiesige Bankeinlagen bei 0,43%, der risikolose Spread auf nicht benötigte Kundeneinlagen beträgt also hübsche 157 Basispunkte). Und abwarten, was passiert. In den beiden Verbünden bröckelten die Zinsüberschüsse zwar zuletzt. Aber noch lange nicht so, dass es wehtäte. Und was die großen Player angeht: Deutsche Bank und Commerzbank prognostizieren für 2026 sogar wieder steigende Zinsergebnisse.
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