von Christian Kirchner und Hermann Kohlhaus, 24. März 2026
Vor ein paar Jahren hat Finanz-Szene mal die Geschäftsberichte aller damals noch 431 deutschen Sparkassen analysiert. Die Ergebnisse packten wir in eine Studie. Und diese wiederum fand ihre Zuspitzung in sechs sogenannten „Key Findings“ (wir befanden uns damals inmitten unserer pubertären Beratersprechphase, darum „Key Findings“).
Nun muss man zu alldem wissen: Die Studie erschien im Jahr 2021. Und die Abschlüsse, auf die sie sich stützte, waren die des Geschäftsjahrs 2019. Also alles, bevor die Zinswende kam und sich über die erkalteten Bilanzen der deutschen Sparkassen legte wie eine riesige Heizdecke. Oder anders gesagt: Würde man die Übung heute wiederholen, dann wären die oberflächlichen Ergebnisse heizdeckenbedingt gänzlich andere.
Das, allerdings, heißt nicht, dass die tieferliegenden Probleme mancher Sparkassen verschwunden wären. So lautete das sechste und wichtigste „Key Finding“ damals, dass kleine Sparkassen auf Dauer strukturell womöglich nicht überlebensfähig seien – was wir daran festmachten, dass die 43 kleinsten Sparkassen (also das zehnte Dezil unter den insgesamt 431 Sparkassen) eine im Schnitt dramatisch schlechtere Cost-Income-Ratio auswiesen als die Sparkassen aus den ersten sieben Dezilen (während die Institute aus dem achten und neunten Dezil zwar schlecht, aber nicht dramatisch schlecht abschnitten).
Nun ist es mit ziemlicher Sicherheit so, dass seit Zinswende auch manche Klein- und Kleinst-Sparkasse für den Moment wieder gutes Geld verdient. Das ändert aber nichts daran, dass die strukturellen Anfälligkeiten gerade dieser Institute weiterhin bestehen. Und bisweilen – reicht offenbar ein scheinbar lapidares Ereignis wie die vorzeitige Pensionierung eines Vorstands, um die GuV einer solchen armen kleinen Sparkasse komplett zu zerschießen.
Eine kuriose, aber doch auch ernste Geschichte:
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