Kurz gebloggt

Die Ex-HSH macht 18% RoE – wohin jetzt mit dem Geld?

10. Februar 2022

Von Heinz-Roger Dohms

Man könnte beinahe meinen, der Bankenstandort Hamburg wäre in den Zaubertrank gefallen. Erst Berenberg mit 83% Eigenkapitalrendite. Jetzt die Hamburg Commercial Bank mit 18,4%. Nun gilt es natürlich, die erforderlichen Fußnoten zu setzen: Bei Berenberg war’s die Rendite vor Steuern; und bei der HCOB ist’s zwar tatsächlich die Nachsteuer-Rendite – die allerdings wegen eines positiven Steuereffekts höher ausfiel als die Vorsteuer-Rendite.

Doch mal abgesehen von solchen zu vernachlässigenden Feinheiten: Krass ist trotzdem, was da gerade an der Alster passiert!

351 Mio. Euro Ergebnis (davon 52 Mio. aus besagtem Steuereffekt) weist die frühere HSH Nordbank für 2021 aus, rund 100 Mio. Euro über der letzten Sommer angehobenen Prognose. Und das alles erstmals ohne wesentliche Einmaleffekte, wie die HCOB in einer Mitteilung zu den Zahlen betont. Die dreijährige Transformation, die rund drei Vierteln der Belegschaft den Arbeitsplatz gekostet hat, sei nunmehr “erfolgreich beendet”, sagte Vorstandschef Ermisch gestern. Und jetzt?

Schaut alle Welt auf das Eigenkapital (28,9% CET1-Quote!!!), das sich die HCOB nicht zuletzt angefressen hatte, um Einlass in die Einlagensicherung des BdB zu finden. Man werde die Eigenmittelquote wieder in „ökonomisch sinnvolle Ebenen“ zurückführen, formulierte Ermisch gestern. Im Übrigen bereits sich die Bank auf mögliche M&A-Deals vor, wobei offen sei, ob man hieran “aktiv oder passiv” teilnehme. Gut vorstellbar, dass den Heuschrecken im Hintergrund (Cerberus und JC Flowers) “passiv” fast lieber wäre. Zahltag!

Die radikale OLB-Agenda: Von der Regionalbank zum Rendite-Champ

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