Kurz gebloggt

Sparkassen bilden kaum Risikovorsorge – außer die aus Bremen

17. Februar 2021

Von Heinz-Roger Dohms

Die Bilanz-PKs unserer Sparkassen müssten eigentlich „Bilanz-Fitzelchen-PKs“ heißen – ein paar Eckdaten gibt es. Aber wie das Jahr genau gelaufen ist oder warum manche Zahlen wundersam extrem hoch oder extrem niedrig sind, bleibt rätselhaft. Sei es drum – wir nehmen, was wir kriegen. Und berichten auf Basis von am gestrigen Dienstag vorgelegten Zahlen dann auch fitzelchenhaft:

  • Die Ost-Sparkassen entdecken das Aktiengeschäft. Plus 136% auf 1 Mrd. Euro Nettoabsatz
  • Die westfälischen Sparkassen haben 2020 auf ihre Wertpapiere derart hohe Abschreibungen vorgenommen, dass, würde man die 2020er-Abschreibungen spaßeshalber in die 2019-GuV hineinrechnen, das Geschäftsjahr 2019 mit einem Verlust geendet hätte. Warum es 2020 trotz Abschreibungen wundersamerweise zu einem um 14% besseren Ergebnis gereicht hat als 2019, geht aus den 2020er-Fitzelchen (siehe S. 16 der PDF-Präsentation) freilich nicht hervor;
  • Betreff Betriebsergebnis vor Bewertung in % der DBS: die einst hammerstarken Ost-SKs nur noch bei 0,85%; die Westfalen-SKs bei 0,80%;
  • Genauso wie letzte Woche für die baden-württembergischen (siehe hier) gilt auch für die westfälischen Sparkassen: „Kredit-Boom + Corona-Krise = Risikovorsorge überflüssig“. Konkret: Gebildet wurden 112 Mio. Euro Vorsorge. Und damit 22% weniger (!) als im Schnitt der 15 Vorjahre; 5.) Die Ost-Sparkassen bildeten derweil 103 Mio. Euro Risikovorsorge. Auf die Bitte nach den Bestandszahlen erhielten wir vom Verband die entwaffnende Antwort: Die hätte man selber auch gern. Hat man aber nicht. Für weitere Fitz… äh, Details: OSV-FitzelchenWestfalen-Fitzelchen

Übrigens, die Sparkasse Bremen hat gestern auch Zahlen vorgelegt – und siehe da: Das mit der Risikovorsorge geht ja doch. Die Bremer haben – anders als die anderen – die Risikovorsorge 2020 um satte 42 Prozent auf 58 Mio. Euro erhöht, entnehmen wir der „BÖZ“ (Paywall), was dann wiederum zum um ein Drittel gesunkenen Überschuss beigetragen hat.

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing