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Diese Sparkassen kappen ihre Belegschaft besonders stark

5. Mai 2022

Von Georgia Hädicke

Die 49 Sparkassen mit dem größten Mitarbeiterschwund

Es ist ein vermeintlicher Widerspruch. Einerseits finden Banken und Fintechs keine passenden Leute (wobei “passend” i.d.R. = “Tech-Profil”). Andererseits geht der Stellenabbau in weiten Teilen der Branche unvermindert weiter. So beschäftigten die deutschen Sparkassen (bzw. 364 von ihnen)* per Ende 2021 nur noch 192.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – weitere rund 5.500 weniger als ein Jahr zuvor. Das durchschnittliche Kommunalinstitut kappte seine Belegschaft mithin um 2,6%.

Dabei sind die Abweichungen vom Durchschnittswert zum Teil beträchtlich. Deutschlands größte Sparkasse beispielsweise, also die Haspa, baute um 216 Beschäftigte auf “nur” noch 4.488 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ab – ein Minus von 4,6%. Der personelle Rückbau ist nach eigener Aussage Teil der Strategie und korreliert mit der Konsolidierung im Filialgeschäft. 2024 will das Institut mit nur noch 4.000 Köpfen auskommen, das wären weitere 11% weniger als heute. Die Kreissparkasse Köln kommentiert derweil auf Anfrage, sie nutze “bereits seit mehreren Jahren die natürliche Fluktuation, um den Personalbestand an den durch die Digitalisierung reduzierten Personalbedarf anzupassen”. Mit dem Stellenabbau sei man aktuell im Rahmen der Planung.

Die in absoluten Zahlen meisten Mitarbeiter gingen 2021 naturgemäß bei den größeren Sparkassen. Prozentual ist der Schwund bei kleinere Instituten allerdings oft höher. Beispiel: die Rhön-Rennsteig Sparkasse, die ihre Belegschaft um 10,3% und damit so stark wie kein anderes Kommunalinstitut reduzierte.

Insgesamt haben nach unseren Auswertungen von 364 Sparkassen im vergangenen Jahr 230 Institute mindestens 2% ihrer Belegschaft eingebüßt, 125 Geldhäuser stagnieren mehr oder weniger. Von den wenigen wachsenden Sparkassen haben nur zwei Häuser um mehr als 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgestockt: die Sparkasse Hannover und die Sparkasse Heilbronn.

Hier die 49 Sparkassen, die 2021 mehr als 30 Mitarbeiter verloren haben:

Institut

Delta   absolut

Veränderung  in %

Hamburger Sparkasse -216 -4,6
Kreissparkasse Köln -161 -4,2
Sparkasse Mainfranken Würzburg -107 -6,8
Sparkasse KölnBonn -107 -2,9
Frankfurter Sparkasse -89 -5,4
Sparkasse Nürnberg -83 -4,5
Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg -75 -5,5
Die Sparkasse Bremen AG -67 -5,6
Förde Sparkasse -65 -5,0
Stadtsparkasse Dortmund -60 -4,0
Sparkasse Heidelberg -57 -4,9
Sparkasse Hildesheim Goslar Peine -57 -4,3
Sparkasse Krefeld -55 -3,7
Sparkasse Bamberg -54 -7,2
Sparkasse Aachen -53 -2,9
Kreissparkasse Ludwigsburg -52 -3,6
Stadtsparkasse München -51 -2,0
Sparkasse Trier -50 -6,2
Sparkasse Duisburg -48 -4,0
Sparkasse Bielefeld -47 -4,4
Sparkasse Zollernalb -46 -7,3
Sparkasse Karlsruhe -46 -3,4
Kreissparkasse Reutlingen -45 -5,0
Sparkasse Rhein Neckar Nord -43 -5,2
Sparkasse Westmünsterland -43 -3,1
Stadt- und Kreissparkasse Leipzig -43 -2,8
Sparkasse Hochfranken -42 -6,1
Sparkasse Vest Recklinghausen -42 -3,5
Kreissparkasse Ravensburg -41 -5,2
Kreissparkasse Waiblingen -41 -3,2
Ostsächsische Sparkasse Dresden -41 -2,6
Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau -40 -3,9
Sparkasse Oberhessen -39 -4,5
Nord-Ostsee Sparkasse -39 -4,1
Sparkasse Herford -39 -4,1
Sparkasse Osnabrück -39 -3,3
Sparkasse Marburg-Biedenkopf -38 -4,7
Rhön-Rennsteig Sparkasse -37 -10,2
Sparkasse Mittelthüringen -36 -4,8
Sparkasse Ulm -36 -3,7
Sparkasse Paderborn-Detmold -36 -2,8
Sparkasse Essen -36 -2,8
Sparkasse Schweinfurt-Haßberge -35 -4,6
Erzgebirgssparkasse -34 -4,4
Sparkasse Ingolstadt Eichstätt -34 -3,8
Sparkasse Holstein -34 -3,4
Sparkasse Gießen -33 -6,2
Landessparkasse zu Oldenburg -32 -2,0
Stadtsparkasse Düsseldorf -31 -2,0

Quelle: Eigene Berechnungen auf Basis von DSGV-Angaben


Weitere Snippets aus dem Sparkassen- und Genobanken-Sektor:

  • Die frisch verschmolzene Volksbank Karlsruhe Baden-Baden hat 2021 auch dank TLTRO-Effekten und der doppelt ausgeschütteten DZ-Bank-Dividende einen Zinsüberschuss von 104,3 Mio. Euro (+17,6% im Pro-forma-Vergleich) erzielt. Das Provisionsergebnis sank dagegen um 0,3% auf 34,6 Mio. Euro, die Verwaltungsausgaben stiegen (auch aufgrund der Fusion) um 10,6% auf 100 Mio. Euro. So belief sich das operative Ergebnis auf 39 Mio. Euro, gemessen an der Bilanzsumme von 7,1 Mrd. Euro ein eher unterdurchschnittlicher Wert von 0,55%. Noch in diesem Jahr soll bekanntlich die Verschmelzung mit der VR Bank Enz und Volksbank Pforzheim auf den Weg gebracht werden. Es entstünde ein Geno-Riese mit einer kumulierten Bilanzsumme von rund 12 Mrd. Euro – womit das Fusionsinstitut zu den zehn größten genossenschaftlichen Instituten hierzulande zählen würde.
  • Bei der Volksbank Münsterland (ebenfalls 2020 aus der Vereinigten Volksbank Münster, der Volksbank Greven und der Volks- und Raiffeisenbank Kreis Steinfurt hervorgegangen) sind die Sondereffekte der Verschmelzung inzwischen bereits verknust. Der Zinsüberschuss stieg im 2021 um 7% auf 101 Mio. Euro, der Provisionsüberschuss um 6% auf 59 Mio. Euro, während der Verwaltungsaufwand nach abgeschlossener Fusion um 3% auf rund 105 Mio. sank. Bei einer mit der VB Karlsruhe Baden-Baden vergleichbaren Bilanzsumme von 7,2 Mrd. Euro kommen die Münsterländer auf ein operatives Ergebnis von 55 Mio. Euro – also ein sehr guter relativer Wert von 0,76%.

* Von dem Vergleich ausgeschlossen haben wir die sechs Sparkassen, die 2021 aus einer Fusion hervorgegangen sind: Sparkasse Kaiserslautern, Sparkasse Südpfalz, Sparkasse Kinzigtal, Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, Sparkasse Magdeburg, Sparkasse Schwelm-Sprockhövel.

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